Im Mittelpunkt steht das Verhältnis zwischen der US-Republik und der preußischen Monarchie in einem Zeitraum, in dem sich die internationale Stellung und die innere Struktur beider Länder deutlich veränderten. Ausgangspunkt der Untersuchung sind durchgängig archivalische Quellen aus Deutschland und den USA. Die Darstellung des preußisch-amerikanischen Beziehungsgeflechtes gruppiert sich um Schwerpunkte, die für die Geschichte von Diplomatie, Gesellschaft und Wirtschaft in der Mitte des 19. Jahrhunderts allgemein von zentraler Bedeutung sind. So geht es beispielsweise um die transatlantische Migration und um den Handel zwischen den Partnerländern, die beide an der Schwelle zur Industrialisierung standen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.07.2005
Als "eindrucksvolles Pionierwerk" würdigt Hans-Christof Kraus diese Arbeit von Enno Eimers über die preußisch-amerikanischen Beziehungen von 1850 bis 1867, die sich gerade in dieser Zeit ausnehmend positiv und weitgehend unproblematisch entwickelten. Ausführlich geht Kraus auf die Gründe für die guten transatlantischen Beziehungen ein. In Eimers "sehr umfassenden" und "fast vollständig" aus ungedruckten Akten gearbeiteten Darstellung sieht er im wesentlichen eine "gediegene diplomatiegeschichtliche Spezialdarstellung". Ein Genre, das auch den einen oder anderen Nachteil aufweist: So sind Kraus manche Passagen schlicht "zu detailliert" und "einfach viel zu umfangreich geraten", was den positiven Gesamteindruck allerdings nicht wirklich trübt. In einer Hinsicht hält er das Thema für "erstaunlich gegenwartsbezogen". Deutlich werde nämlich, "in wie starkem Maße bereits im neunzehnten Jahrhundert die Qualität der Beziehungen, die einzelne europäische Mächte zu den Vereinigten Staaten unterhielten, durchaus auch die jeweiligen innereuropäischen Rivalitäten und Interessenkonflikte widerspiegelte."
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