Enno Patalas

Metropolis in/aus Trümmern

Eine Filmgeschichte
Cover: Metropolis in/aus Trümmern
Bertz und Fischer Verlag, Berlin 2001
ISBN 9783929470192
Gebunden, 176 Seiten, 13,19 EUR

Klappentext

Fritz Langs Metropolis zählt zu den berühmtesten und einflussreichsten Filmen aller Zeiten. Und den »director`s cut« des verstümmelten Klassikers gibt es weder im Kino noch auf Video ? sondern als Buch. Kein anderer deutscher Film wurde so rigoros und systematisch zerstört wie Metropolis. Tausend Meter, über eine halbe Stunde, rausgeschnitten und weggeworfen, der Rest entsprechend zurechtgebogen. Metropolis in/aus Trümmern geht den Eingriffen nach, verfolgt die Spuren zurück zu der Premierenfassung und setzt deren Bilder, Texte, Töne neu zusammen. Das Buch ist mit zahlreichen Fotos, die direkt aus der Filmkopie herausfotografiert wurden, sowie mit vielen Standfotos und Notenbeispielen aus der Partitur illustriert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.03.2001

Frank Arnold bespricht in knapper Form mehrere Bücher, die sich mit Fritz Lang und seinen Filmen beschäftigen.
1.) Thomas Elsaesser: "Metropolis" (Europa)
Dieses Buch, das ausschließlich den Film "Metropolis" behandelt, lobt der Rezensent für seine "kompakte" Darstellung und den guten "Überblick" über die Forschungslage. Richtig spannend aber wird es seiner Meinung nach, wenn sich Elsaesser der "Modernität" des Films und seiner Rezeptionsgeschichte zuwendet.
2.) Enno Patalsas "Metropolis in/aus Trümmern" (Bertz)
An diesem Buch, das versucht, die Premierenfassung von Metropolis zu rekonstruieren, hebt der Rezensent besonders die "lesefreundliche" Gestaltung lobend hervor. Er erwähnt auch, dass es mit 200 Abbildungen "reich bebildert" ist und findet die Bezeichnung des Bandes durch die Herausgeber als "Versuch einer Beschreibung" allzu "bescheiden".
3.) Jacobsen/Sudendorf (Hrsg.): "Metropolis" (Edition Axel Menges)
Dieses Buch zum Film Metropolis sei zwar vor allem als Bildband konzipiert, doch auch der Aufsatz von Martin Koerber über die Restaurierung und Jacobsens bzw. Sudendorfs Auslassungen zu "Produktions- und Rezeptionsbedingungen" sowie zur Architektur des Films, sind nach Ansicht des Rezensenten sehr lesenswert. Lobend hebt er auch die Abbildungen hervor, wobei er es bedauerlich findet, dass nicht dazu geschrieben worden ist, ob es sich bei den Standfotos um erhaltene oder in der Endfassung eliminierte Filmszenen handelt.
4.) Aurich/Jacobsen/Schnauber (Hrsg.): "Fritz Lang" (Jovis)
Dieses Buch lobt Arnold als positives "Gegengewicht" zu den vielen Büchern, die sich lediglich mit dem Hauptwerk des Regisseurs befassen. Hier dokumentiere das Filmmuseum Berlin in Wort und Bild auch seine eigene Sammlung, so zum Beispiel Faksimiles von Langs Notizbuch. Ihm gefällt, dass das Buch eher "Fragen als Antworten" bietet und es statt letztgültiger Wahrheiten - beispielsweise über die Unterredung, die Lang 1933 mit Goebbels hatte - lieber das "Fragmentarische und Offene" präsentiert.
5.) Georges Sturm: "Die Circe, der Pfau und das Halbblut" (Wissenschaftl. Verlag Trier)
Dieser Band, der bei einem anderen Autor zur "reinen Materialsammlung" hätte geraten können, wie der Rezensent meint, preist er als "schlüssige Analyse" von Langs Entwicklung als Regisseur. Besonders erhellend findet er darin die Untersuchung von Langs "Selbstinszenierungen" und die Frage nach dem Anteil, den Thea von Harbou an den Filmen Langs gehabt haben könnte.

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