Herausgegeben von Christiane Lange, Andreas Stahl und Erika Kerstner. Zehn Menschen, die in der evangelischen Kirche Opfer von sexualisierter Gewalt geworden sind, erzählen in diesem Buch, was sie erlebt haben. Sie decken auf, wie Missbrauch unter protestantischen Vorzeichen geschehen konnte. Sie finden Worte dafür, was es bedeutet, wenn Glauben und Sexualität in ihrer Intimität verletzt werden. Die Berichte bezeugen die tiefen Spuren, die der Missbrauch hinterlassen hat, erzählen aber auch intensive Überlebens- und Hoffnungsgeschichten. Ein Rahmenteil fragt nach verbindenden Linien zwischen den Geschichten und trägt Wissen zusammen, das für Betroffene, Kirchen und die gesellschaftliche Öffentlichkeit im Umgang mit diesem lange verdrängten Thema von großer Bedeutung ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.06.2023
Den Opfern von sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche möchte dieser Band eine Stimme geben, schreibt Rezensentin Annette Zoch. Die Herausgeber Christiane Lange, Erika Kerstner und Andreas Stahl lassen sieben Frauen und drei Männer anonym zu Wort kommen, die von ihren Missbrauchserfahrungen erzählen. Diese lesen sich als mutige und "eindrucksvolle Lebensberichte", so die Kritikerin, die vor allem die persönlichen Folgen für die Betroffenen deutlich machen. Es lassen sich aber auch allgemeinere Beobachtungen aus den Berichten ableiten, lesen wir: Die Täter waren oft gesellschaftlich anerkannte, meistens verheiratete Pfarrer, die ihre Autorität ausnutzten oder aber Mitarbeiter in Heimen, auch Frauen, die ihre Taten zum Beispiel durch die Sündentheologie rechtfertigten. Dieses Buch ist wie eine in Richtung der Kirche "geballte Faust", schließt Zoch.
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