Mit seiner Schrift Theophysis legte Ernst Haeckel sein abschließendes Glaubensbekenntnis vor, das einem weltanschaulichen Biologismus den Weg bahnte. Der seinerzeit führende Biowissenschaftler interpretiert hier die Evolutionslehre als Weltanschauung. Er bindet damit schon kurz nach 1900 die Biologie in die Diskussionen um Kultur, Wertvorstellungen und Religion ein. Für die Begründung der gesellschaftspolitischen und kulturellen Bedeutung der Biologie wie auch für eine substanzielle Auseinandersetzung mit dem antirational operierenden modernen Kreationismus ist diese Schrift zentral. Für das Verständnis der Kultur um 1900 ist sie ebenso bedeutsam wie für eine Auseinandersetzung mit der Neuauflage dieser Diskussion durch Biologen wie E. O. Wilson oder R. Dawkins, die das Haeckel'sche Denken fortführen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.08.2008
Keineswegs nur von antiquarischen Interesse scheint Helmut Mayer dieser Nachdruck von Ernst Haeckels Werk "Gott-Natur. Thepophysis" von 1914, in dem der Biologe seine monistische Weltanschauung zusammengefasst hat. Dessen Ansichten klingen für ihn überraschenderweise recht vertraut, etwa wenn der Biologe die Existenz eines freien Willens verneint. Mayer sieht hier durchaus Parallelen zu Hirnforschern der Gegenwart. Aufschlussreicher als die Ähnlichkeiten zu naturwissenschaftlichen und biologischen Aufklärern von heute scheint ihm die Art, "wie dualistische Vorstellungen als Gegenbild präsentiert werden". Auch die Klage über das "geisteswissenschaftlich" geprägte Menschenbild kommt ihm bekannt vor.
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