Fotos von Christian Merkli. Seit beinahe 40 Jahren wohnt Ernst Halter auf dem Land im aargauischen Freiamt, wo sich das Leben in diesem Zeitraum einschneidend verändert hat. Auf dem Land, das in den allgegenwärtigen Diskussionen über die Stadt vergessen wurde, auf dem Land, das den Erholungsdruck dieser Stadt zu spüren bekommt. Aber das Land ist noch immer ein Lebensraum und eine Lebensform im eigenen Recht. Mit anderen Geschwindigkeiten, anderen Biografien, anderem Wetter, anderen Nöten und anderem Glück. Ernst Halter widmet sich dieser Lebensform in allen Schattierungen. Er beobachtet Natur und Menschen, Landwirtschaft und Freizeitwirtschaft. Essayistische Formen stehen neben Naturschilderungen, er zeichnet Porträts, berichtet von Begegnungen, erzählt Geschichten, gibt Gespräche wieder. Jenseits aller Idealisierung entsteht ein literarisches Porträt einer Lebensform und ein Bericht von der Modernisierung dieser Lebensform, die bis jetzt weder gelungen noch gescheitert ist.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.06.2007
Viel zu sehen gibt es in Ernst Halters Aufzeichnungen und Erinnerungen, die in dem Band "Über Land" zusammengefasst sind, wie die Rezensentin Beatrice Eichmann-Leutenegger lobend hervorhebt. Im Mittelpunkt der gesammelten Texte stehen dabei die Landschaft im Freiamt und ihre Menschen, die der Autor genau beobachtend porträtiert, wie die Rezensentin anhand von Beispielen herausarbeitet. Große Stärke der Textsammlung, die poetische und analytische Texte vereint, ist für sie dabei der "universelle Ansatz". Es gelinge dem Autor, die Landschaft nicht nur in der Gegenwart zu zeigen, sondern sie in ihrem historischen Wandel darzustellen. Für Eichmann-Leutenegger scheinen in der konkreten Arbeit in der Natur, die der Autor schildert, gleichsam große Themen wie Vergänglichkeit auf. Der Autor lässt vor dem inneren Auge nicht nur die konkrete Landschaft, sondern das "weite Land der Seele" erscheinen, lobt die Rezensentin.
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