Sie kommen aus dem Dunkel der Anonymität und können zerstörerisch in das Leben eines Menschen eindringen: Droh- und Erpresserbriefe sind eine weit
verbreitete und sehr spezielle Art der Korrespondenz. Hier wird erstmals das Phänomen der bösen Briefe und ihre weit zurückreichende Geschichte beleuchtet:
Die Autoren analysieren die sprachlichen Strategien, mit denen die Opfer eingeschüchtert werden sollen und nehmen Einblick in das verborgene Archiv dieses dunklen Teils der Briefkultur. Entlang von tragischen, aber auch komischen Beispielen beschreiben sie das Maskenspiel der Täter ebenso wie das Gegenspiel der Kriminalisten, welche ihnen mit immer neuen Methoden auf die Schliche zu kommen versuchen. Bebildert mit ungewöhnlichen Fundstücken entsteht so das Panorama einer Brief- und Verbrechensgattung, die heute besonders aktuell erscheint. Denn die bösen Briefe bilden das Vorspiel zu den Interneterpressungen und Hasspostings der Gegenwart.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.2017
Rezensent Hannes Hintermeier lacht sich mit dem Buch von Ernst Strouhal und Christoph Winder ins Fäustchen über Erpresserbriefe. Derart stehen die Schreiber mit der Grammatik auf Kriegsfuß, derart sind die Texte Ausdruck von Narzissmus und Kindlichkeit. Und doch haben sie oft ernste Folgen, erfährt der Rezensent. Die Dokumentation der Autoren erscheint ihm als Wurf, wird mit ihr doch die Lust des Lesers an Pikanterie, Lebensgefahr und Millionen gestillt. Die internationale Perspektive gefällt Hintermeier, genau wie der Durchgang durch die Kriminalistik. Letzterer zeigt laut Rezensent, wie wenig wissenschaftlich die Erpresserjagd lange war und wie schwer sie's heute mit dem IT-Crime hat.
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