Katalog zur Ausstellung in der Berlinischen Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur, Berlin, Frühjahr 2009. Text von Helen Adkins, mit einem Vorwort von Janos Frecot. In den 1940er- und 1950er-Jahren gehörte Erwin Blumenfeld (1897-1969) zu den gefragtesten Modefotografen der Welt. Weit weniger bekannt ist das Frühwerk des in Berlin aufgewachsenen Künstlers jüdischer Herkunft: die wundervollen, oft von beißendem Humor geprägten Dada-Montagen, die zwischen 1916 und 1933 entstanden. Das Buch von Helen Adkins, einer ausgewiesenen Kennerin der Berliner Dada-Bewegung, widmet sich erstmals umfassend diesen frühen Papierarbeiten, die der Künstler nicht für die Öffentlichkeit schuf, sondern nur als persönliches Geschenk oder (Liebes-)Briefbeilage an seine Verlobte, an Freunde und Bekannte aus der Hand gab.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.12.2008
Holger Liebs begrüßt Helen Adkins' Zusammenstellung der Dada-Montagen von Erwin Blumenfeld. Dieser ist vor allem als berühmter Modefotograf bekannt, Liebs stellt aber auch dessen weniger bekannten Seiten vor: den bissigen Satiriker, den Bohemien, den Dadisten, den Schriftsteller. Er schätzt die sorfältige Edition der Dada-Montagen und die schöne Gestaltung des Buchs, das er generell als "Pioniertat" würdigt. Allerdings scheint ihm es ihm ein wenig "zu brav und ernsthaft geraten". Wer Blumenfelds Weltsicht, Witz und Vita wirklich begreifen will, dem kann er nur dessen autobiografischen "Einbildungsroman" ans Herz legen.
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