Mit 66 Abbildungen. Geschichtsschreibung ist bis heute weit überwiegend auf schriftliche Überlieferung fixiert. Dass auch Kunstwerke als Quellen befragt werden können, rückt erst langsam in den Blick der Historiker. Dabei sind Kunstwerke seit den Anfängen der Geschichte als Quellen fassbar: Sie sind Objekte magischen Handelns oder Gegenstand religiöser Verehrung. Sie enthalten Hinweise auf vergangene Ereignisse, auf Alltag, politisches Geschehen, soziale Realität und Kultur ihrer Zeit. Sie kosten Geld und haben ökonomische Bedeutung. Sie sind Zeugnisse des historischen Prozesses und ganz und gar Produkte der geschichtlichen Welt. Dieses Buch geht der besonderen Beziehung zwischen Kunstwerken und historischer Welt nach. An einer Fülle von Beispielen aus der Kunst des späten Mittelalters, der Frühen Neuzeit und der Moderne führt es den Leser ein in das historische, kritisch interpretierende Sehen. Roecks Ausgangspunkt sind die Forschungsansätze in Kunst- und Kulturgeschichte, mit denen Kunstwerke als Geschichtsquellen befragt werden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.12.2004
Gegenwärtig, weiß Caroline Schnyder, laufen die Debatten über Kunstwerke als Quellen unter den (Kunst)Historikern wieder auf Hochtouren, mit dem Tenor, dass Bilder eine andere Wirkästhetik haben als sprachlichen Texte und entsprechend behandelt werden müssten. Bernd Roeck steuert dagegen und fordert die Historiker dazu auf, ihr gewohntes Werkzeug ohne Zagen an bildender Kunst anzusetzen: "Die methodischen Barrieren, die man zwischen Kunst-, Bild- und Textinterpretation vermutet, räumt er kurzerhand aus dem Weg", und zwar, wie Schnyder lobt, ohne das "Spezialwissen der Kunstgeschichte" zu entwerten. Zwei theoretische Kapitel umschließen die exemplarisch vorgehenden Hauptteile des Buches, in denen Roeck zeigt, wie man Kunstwerke als Quellen - als "Fenster zur vergangenen Welt" - methodisch nutzbar macht, und was man ihnen alles entnehmen kann. Fazit: Ein Buch, das "Anleitung und Anregung zugleich" ist.
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