Esther Becker

Wie die Gorillas

Roman
Cover: Wie die Gorillas
Verbrecher Verlag, Berlin 2021
ISBN 9783957324702
Gebunden, 160 Seiten, 19,00 EUR

Klappentext

Abnehmen, ohne anderen davon zu erzählen, den Rasierer auf dem Weg in die Schwimmbaddusche verstecken, schminken, als wäre alles von Natur aus so.In ihrem Debütroman "Wie die Gorillas" beschreibt Esther Becker das Erwachsenwerden junger Frauen in einer Gesellschaft, die behauptet, alle könnten selbst bestimmen. Doch gehört sich Manches und Anderes nicht. Wo verlaufen die Grenzen zwischen ausgelebter Individualität und den Anstrengungen dazuzugehören? Wie soll der Körper aussehen, wie sich benehmen - ob beim Sportunterricht, in der Schule, unter Freundinnen oder in Beziehungen?Lustvoll, pointiert, mit viel Humor und mit der Drastik, die es benötigt, erzählt Becker vom gesellschaftlichen Druck, der auf jungen Frauenkörpern lastet.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 08.04.2021

Rezensent Jan Drees findet, dieses Buch - Selbstermächtigungs- und andere Diskurse hin oder her - auf jeden Fall "tierisch gut zu lesen". Ihm gefällt, wie zwei junge Schauspielerinnen hier mal beschließen dürfen, als Kerle durch den Kiez zu gehen und dabei die wundersame Erfahrung des In-Ruhe-Gelassen-Werdens zu machen. Er beschreibt, wie körperliches Überwältigt-werden nicht nur als sexuelles, auch als sozusagen medizinisches Ereignis dargestellt (Augentropfen!) wird, und erzählt von einer Variante der Herstellung von Ohnmacht als Jugendliche (Halsschlagader drücken). Immer ist es der Körper, so der Kritiker, an dem sprachlich, durch Blicke aber auch direkt Überwältigung und Ermächtigung ausprobiert werden, und ihm gefällt das Theatralische und Performative im dramatischen Duktus der Sprache dieser Autorin. Er wartet schon auf das Theaterstück.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 26.01.2021

Rezensentin Katrin Bettina Müller ist beeindruckt, wie Esther Becker in ihrem Roman ganz beiläufig und episodisch das Bild einer jungen Frau entstehen lässt, die bei sich selbst nicht zuhause ist. Scheinbar locker und spielerisch erzählte Szenen, in denen sich die Figur mit Selbstzweifeln und Ängsten oder den stereotypen Erwartungen anderer an sie als Frau auseinandersetzt, führen laut Müller schließlich zu dem beklemmenden Gesamteindruck von einem Menschen, dem es nicht gelingt, der eigenen Isolation zu entkommen. Die am Theater geschulte umstandslose Darstellung von Empfindungen gefällt Müller und sorgt für Empathie mit der Protagonistin.

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