Esther Kinsky

Banatsko

Roman
Cover: Banatsko
Matthes und Seitz, Berlin 2011
ISBN 9783882217230
Gebunden, 246 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

"Banatsko" ist die Feier einer Landschaft, des nördlichen Banat. Noch nie wurde dieses Niemandsland zwischen Ungarn, Serbien und Rumänien mit einem so liebenden Blick betrachtet, seine melancholische Poesie so zum Blühen gebracht wie in diesem neuen Roman von Esther Kinsky. Während der Leser sie in die halbverfallenen Straßenzüge Battonyas und die sie überwuchernde, sirrende und flirrende Natur begleitet, erzählt sie von einem alten Kino, den Kontakten zu den Dorfbewohnern, einer Liebschaft und der langsamen Eroberung des eigenen Zuhauses in dieser neuen Welt. Vom Rhythmus ihrer Sprache getragen wird der Alltag im ländlichen Banat hörbar, riechbar. In aller Stille ereignet sich dabei Welt: Den Worten und Dingen wird eine Bedeutung verliehen, die aus der langsamen Annäherung an die fremde Sprache erwächst. Durch genaues Hinsehen wird Einzelheiten auf den Grund gegangen, mit einem Blick, der den Schmerz, der den Dingen innewohnt, mitfühlt, ihn aber nicht beklagt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.05.2011

Leise und faszinierend findet Jörg Platz diesen Roman von Esther Kinsky. Dabei erzählt sie nicht mal von Menschen, sondern von einer Landschaft, der ungarischen Tiefebene, und allenfalls, wie sie die Menschen verschwinden lässt. Plath nimmt zur Illustration von Kinskys Spachverständnis und Händchen fürs Atmosphärische ihre Gedichte her, an die ihn der Roman immer wieder erinnert. So wie die Erzählerin ihr Sehen schult, lernt Plath gleichsam mit, wie aus "randscharfen" Einzelheiten ganze Landschafts- und Dorfbilder entstehen. Für Plath hat dieses Verfahren etwas Dokumentarisches, aber eine Liebesgeschichte hat auch Platz darin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.01.2011

Dies ist ein Roman, der zwar im Hintergrund auch so etwas wie Handlungsfäden besitzt, in Wahrheit aber geht es eher, befindet Anja Hirsch durchaus emphatisch, um die Entfaltung einer "Gegend" in ausgesucht großartiger Sprache. Die Gegend ist das Banat an der ungarisch-rumänischen Grenze, ein Ort namens Battonya, Ende der Bahnstrecke, hier steigt zu Beginn des Buchs seine Hauptfigur aus. (Die Rezensentin informiert über die autobiografischen Hintergründe des Buchs - in Battonya betrieb Esther Kinsky einst ein Kino, lebt zum Teil heute noch da.) Wenn es in diesem Buch, das Hirsch als Sprachgenuss preist, eine Schwäche gibt, dann sei dies vielleicht die Einheitlichkeit seines Tons auch in den Dialogen der verschiedenen Figuren. Der "ruhige, tiefe Blick", den Kinsky mit Geduld und Genauigkeit entfaltet, mache mögliche Schwächen wie diese freilich insgesamt schnell vergessen.

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