Was sind ihre Ziele und was bewog große Geister ihrer Zeit der Loge beizutreten? Bereits seit ihrer Geburtsstunde, dem Zusammenschluss der fünf Londoner Bauhütten zu einer Großloge 1717, stand sie im Widerspruch zum absoluten Staat und zu den herrschenden Kirchen. Verbote der Bruderschaft bis zur Androhung der Todesstrafe bildeten Nährboden für Verschwörungstheorien, die bis heute wirken. Das bis heute an Umfang und Genauigkeit unübertroffene Standardwerk über die Freimaurerei wird nun in völlig überarbeiteter und aktualisierter Form vorgelegt. Neben einem lexikografischen Teil enthält es Grundgesetze, Chronik und Vokabularium der Freimaurerei sowie eine Darstellung der Leistungen ihrer "Brüder im kulturellen und politischen Leben bis zum heutigen Zeitpunkt. Die Vielzahl der Stichworte, Bibliografie und Index ermöglichen einen leichten Zugang zur immer noch geheimnisumwitterten Welt der Freimaurer.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.12.2000
In einer Doppelrezension bespricht Matthias Alexander zwei Bände über Freimaurerlogen.
1.) Stefan-Ludwig Hoffmann: "Die Politik der Geselligkeit" (Vandenhoeck & Ruprecht)
Alexander bezeichnet diesen Band als eine "meisterhafte Studie" und lobt insbesondere die gelungene Verknüpfung von "sozial- und begriffsgeschichtlichen Fragestellungen". Vertieft sieht der Rezensent Hoffmanns Resultate bei diesen Betrachtungen darüber hinaus in sehr detaillierten Untersuchungen über die Leipziger und Breslauer Logen, die - wie Alexander findet - zur Anschaulichkeit der Befunde beitragen. Zu einer weiteren Stärke des Buch zählt der Rezensent die Tatsache, dass Hoffmann die Freimaurer "an deren eigenen Maßstäben und jenen ihrer Zeit" misst und sich dabei von der `kritischen` Geschichtswissenschaft distanziert. Nebenbei weist Alexander darauf hin, dass Hoffmann - wie andere Historiker auch - auf zahlreiche Quellen zurückgreifen konnte. So konnten die von den Nationalsozialisten beschlagnahmten Logen-Archive, die nach Moskau gelangt sind, inzwischen genutzt werden, wie der Rezensent erläutert.
2.) Eugen Lennhoff, Oskar Posner und Dieter A. Binder (Hrsg.): "Internationales Freimaurerlexikon" (Herbig)
Der Rezensent erläutert, dass dieses Buch von den Freimaurern Lennhoff und Posner bereits 1932 veröffentlicht und nun von Dieter A. Binder neu herausgegeben und aktualisiert wurde. Bei der Aktualisierung ist der Herausgeber jedoch nach Ansicht Alexanders "mitunter zu behutsam" vorgegangen. Einige Abschnitte habe Binder unverändert übernommen und lediglich "neutral" ergänzt. Andererseits diagnostiziert der Rezensent bei dem Artikel `Frauen` einige kritische Anmerkungen Binders. Dass Binder dabei "uneinheitlich" vorgegangen ist, stört den Rezensenten ein wenig. Darüber hinaus kritisiert er, dass die "Geschichtsschreibung über die Freimaurerei nicht auf den neuesten Stand gebracht" wurde. Doch trotz dieser Einwände fällt Alexanders Urteil insgesamt positiv aus. Besonders durch die biografischen Ergänzungen sei der Band "wertvoll für die Forschung".
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