Geliebt, gehasst, umstritten: Franz Georg Strauß erzählt, wie sein Vater Politik machte, zu Hause und in der Welt. Zwischen tiefer Verehrung und totaler Ablehnung, die der Politiker in der Öffentlichkeit erfuhr - das war das Spannungsfeld, in dem der jüngere Sohn des Bundesministers und bayerischen Ministerpräsidenten aufwuchs. Franz Georg Strauß erzählt, nicht ohne Selbstironie, von seinen ganz persönlichen Erfahrungen mit dem Übervater, den er schon früh auf Auslandsreisen, u.a. nach Moskau und Israel, begleiten durfte. Er zeichnet ein überraschendes Bild, das den Familienvater nach dem Tod seiner Frau ebenso wie den Landesvater und Politiker, der die bundesdeutsche Zeitgeschichte mit einem sehr eigenen Stil entscheidend prägte, ganz aus der Nähe zeigt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.12.2008
Eingenommen ist Stefan Finger von Franz Georg Strauß' Erinnerungen an seinen Vater Franz Josef. Zwar scheinen ihm die Ausführungen bisweilen etwas "sprunghaft", insgesamt aber findet er das Werk überaus "unterhaltsam". Er würdigt die selbstkritische Einsicht des Autors, nicht wirklich objektiv sein zu können, und bescheinigt ihm, doch immer um Distanz und Ausgewogenheit bemüht zu sein. In diesem Zusammenhang nennt er vor allem das vielleicht etwas vage Eingeständnis, Franz Josef Strauß habe "gelegentlich auch Fehler gemacht". Finger hebt zudem die Aufmerksamkeit hervor, die das Buch der Familie Strauß sowie der reizvollen Schilderung von Reiseerlebnissen widmet. Einige Passagen über die Verbindungen zu Karlheinz Schreiber wertet er allerdings als "unglaubwürdig". Dennoch kann er diese Erinnerungen nur zur Lektüre empfehlen.
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