Intersexuelle Menschen haben sowohl weibliche als auch männliche Geschlechtsmerkmale, erscheinen äußerlich aber meist eindeutig als Frau oder Mann. Nach wissenschaftlichen Schätzungen ist einer von rund 2000 Menschen betroffen. Allein in Deutschland leben also 40 000 Intersexuelle. Dennoch, sie sind gesellschaftlich nicht existent und ihr Schicksal unterliegt anders als das der Transsexuellen immer noch einem Tabu. Nur wenige wissen etwas über Menschen zwischen den Geschlechtern, über ihre Gefühlswelt, ihr Körperempfinden und ihre Identität. Claudia Lang erkundet in diesem Buch die Lebenswelt der Intersexuellen. Sie stellt die vielfältigen Sichtweisen auf das Phänomen von Betroffenen, Eltern, Medizinern, Psychologen und Juristen vor und verknüpft ihre Beobachtungen mit aktuellen Geschlechtertheorien sowie mit Geschlechtermodellen fremder Kulturen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.12.2006
Gottfried Oy hat mit großem Interesse Claudia Langs Studie zur Intersexualität gelesen. Die Autorin untersucht darin die medizinischen, sozialen, juristischen und psychologischen Seiten einer Existenz jenseits der eindeutigen Geschlechtsbestimmung in verschiedenen Kulturen. Dabei zeige schon die medizinische Definition von Intersexualität, wie stark Intersexualität Interpretationen und Vorurteilen ausgesetzt ist, stellt der Rezensent mitfühlend fest. Er lobt das Buch als guten Überblick über die vielen Aspekte des Themas, wobei er hilfreich findet, dass in Interviews nicht nur Betroffene, sondern auch medizinische, juristische und psychologische Experten zu Wort kommen. Jenseits des Verständnisses von Intersexualität als Mangel oder Krankheit scheint in der Studie auch die Möglichkeit auf, dem geschlechtlich nicht eindeutigen Körper einen positiven "Sinn" und eine Existenzberechtigung abzugewinnen, so Oy zustimmend.
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