Mit einem einleitenden Essay von Walter Jens. Neu herausgegeben und kommentiert von Wolfgang Albrecht. Der Briefwechsel zwischen Lessing und Eva König ist das Dokument einer intensiven Freundschafts- und Liebesbeziehung. Der Weg zum Ziel war das eigentliche Leben, das erreichte Ziel - die Heirat am 8. Oktober 1776 - bedeutete zugleich schon fast das Ende, denn Eva starb im Januar 1778. Die Korrespondenz erstreckt sich über einen Zeitraum von etwas mehr als sechs Jahren, beginnt unmittelbar nach Lessings Übersiedlung nach Wolfenbüttel und endet kurz vor der Heirat. Sie umfasst 193 Briefe - davon 83 von Lessing, 110 von Eva König - , die dem zeitgenössischen Briefstil entsprechend tagebuchartigen Mitteilungscharakter haben. DieBriefe dokumentieren nicht nur das Fortschreiten der wechselseitigen Annäherung und Freundschaft zwischen Lessing und Eva nach dem Tod ihres Mannes Engelbert König, sie spiegeln zugleich die Kulturgeschichte ihres Zeitalters, der Gesellschaft und Sitten des 18. Jahrhunderts in Hamburg und Wien wider.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.12.2000
Gregor Wittkop zeigt sich recht angetan davon, dass dieser Briefwechsel "nun zum ersten mal in einer zufriedenstellenden Einzelausgabe" vorliegt, wofür seiner Ansicht nach nicht zuletzt die Einleitung von Walter Jens und der Kommentar von Wolfgang Albrecht verantwortlich sind. Was den Inhalt der Briefe betrifft, so deutet Wittkop an, dass der Leser nicht zuviel erwarten darf. Über existentielle Themen wie "Trauer, Liebe und Angst" schweigt sich Lessing hier aus. Stattdessen handelt der Briefwechsel, wie man erfährt, vorwiegend von alltäglichen Themen: der Leidenschaft für das Glücksspiel, von Alltagsplackereien, dem Theater oder der Kirche. Auch Depressionen beider werden nach Wittkop im Briefwechsel spürbar. Insgesamt zeigen sich Lessing und Eva König dennoch "beide als große Schriftsteller", die auch "fade Stoffe" auf oftmals durchaus witzige Weise miteinander besprechen.
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