Diese fünf Essays zeigen an den Schicksalen Lessings und Goethes, Freuds, Thomas Manns und Gottfried Benns, welche Spur die Väter in ihrem Werk hinterlassen haben. Dabei wird deutlich, dass sich auch in ihrem aufgeklärten Denken die verborgenen theologischen Grundmuster dieser prägenden Bindung ungebrochen erhalten haben. Noch in Trauer und Zorn, in Identitätssuche und Ablösung spiegelt sich ein alt gewordenes Gedächnisbild, die unlöschbare "Mitschrift" einer metaphysischen Figur.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.02.2002
Sehr beeindruckt ist der Rezensent Heinrich Detering von Peter Schünemanns Essayband, den er trotz seiner nur 72 Seiten den "am dichtesten gearbeiteten" des Autors nennt. Der Autor analysiert darin die Beziehung fünf berühmter Schriftsteller (Benn, Mann, Freud, Lessing, Goethe) zu ihren Vätern in all ihren Ambivalenzen. Wie er dabei vorgeht, das verlangt dem Rezensenten Bewunderung ab: mit einer "Fülle an biografischem, literarischem, psychologischem Wissen, streng und in kühlem Pathos". Als Resultat entstehen nach Meinung Deterings "Porträtbilder von beachtlicher Tiefenschärfe", die das Schwanken der Söhne zwischen dem Bedürfnis nach Emanzipation und der Angst vor Verlorenheit beim Tod des Vaters deutlich macht, lobt Detering.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.08.2001
In einer kurzen Rezension zeigt sich der Rezensent mit dem Kürzel "Imue" durchweg begeistert von diesen fünf Essays, in denen der Einfluss von Vätern auf ihre berühmten Söhne (Lessing, Goethe, Freud, Thomas Mann und Gottfried Benn) gezeigt wird. Besonders gut gefällt dem Rezensenten, dass Schünemann dabei weniger psychoanalytisch oder biografisch vorgeht, sondern sich vor allem auf die Werke dieser berühmten Söhne konzentriert. "Imue" würde sich wünschen, dass in Deutschland viel mehr solcher Bücher erscheinen: "gelehrt, aber ohne Fußnoten, anspruchsvoll, ohne prätentiös zu sein, von respektvoller Knappheit". Und so fragt er am Schluss seiner Rezension, wo man denn sonst schon "einen klugen Essay über Thomas Mann von sechseinhalb Druckseiten" lesen könne.
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