Kaum eine Debatte wird so emotional und unsachlich geführt wie die Frage der Integration von "Menschen mit Migrationshintergrund . Die Autoren zeigen in ihrem fundierten und provokanten Buch: Integration ist eine Frage der sozialen Rangordnung, und das wichtigste Merkmal zur Unterscheidung von Menschen ist Geld. Doch statt über Bildung, Arbeitsmarkt oder Aufstiegschancen diskutieren wir über kulturelle Eigenheiten und Religionszugehörigkeit. Die Autoren liefern Reportagen aus dem Alltag von Menschen, die nach Berlin, Zürich oder Wien gekommen sind und sich weniger mit kulturellen als mit sozialen Problemen konfrontiert sehen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.08.2012
Tanjev Schultz hat zwei Bücher gelesen, die sich in der Integrationsdebatte der Ausgrenzung durch (auch wohlmeinende) Ethnisierung zuwenden. In ihrem aus Analysen und Reportagen zusammengestellten Buch machen sich Eva Maria Bachinger und Martin Schenk dafür stark, kulturelle Unterschiede nicht überzubewerten. In ihren Augen tappen viele Debatten über soziale Probleme in die "Kulturalismus-Falle", auch bei vielen durchaus sensiblen und gut gemeinten Annäherungen an das Thema. So interessant der Rezensent die Beispiele der Autoren für Integrationsbemühungen in Berlin-Kreuzberg, der Schweiz oder in Linz findet: so ganz überzeugt es ihn nicht, den "Kulturbegriff" gänzlich beiseite zu tun und für ihn steht außer Frage, dass kulturelle Konflikte nicht nur, aber eben auch eine Rolle spielen.
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