Jeder Minderheitenkonflikt in Europa hat seine eigene Geschichte und Dynamik, die es als Einzelfall zu beschreiben gilt. Die Autorinnen und Autoren dieses Werkes analysieren die wichtigsten Konfliktfälle der europäischen Geschichte und Gegenwart: von Südtirol über das Baskenland und Korsika bis hin zur Situation in Polen, der (historischen) Tschechoslowakei, in Deutschland und in Österreich. In vergleichender Perspektive ergeben sich - neben gewichtigen Differenzen der einzelnen Konflikte - auch Gemeinsamkeiten und Parallelen, die mit Blick auf einen demokratischen Umgang mit Minderheitenkonflikten herausgearbeitet werden. Ein zentraler Ansatz des Buches besteht dabei darin, ethnonationale und völkisch-kollektive Konzepte zu kritisieren, nach demokratischen Alternativen zu fragen und damit ein Plädoyer für Minderheitenkonflikte in Europa zu formulieren, das Lösungsansätze bietet, die auf Kontroversität, Pluralität und Dynamik gerichtet sind. Das Buch ist die Dokumentation einer Tagung der Heinrich-Böll-Stiftung.
Der Rezensent Andrey Reisin freut sich über diesen von dem Politologen Samuel Salzborn herausgegebenen Sammelband, weil er am Beispiel von verschiedenen Minderheitenkonflikten die Konstruktion von Ethnien als irrationalen Unsinn entlarvt - eine Form des Unsinn, auf die sich, wie Reisin betont, nicht nur die Rechten gerne beziehen, sondern die auch "mit klassischen Freiheitskampfmythen der Linken korrespondiert". Doch, so betont Reisin, werden die vermeintlich schützenswerten Identitäten durch diese Diskurse überhaupt erst geschaffen. Insbesondere vom Beitrag von Eva und Hans Henning Hahn ist der Rezensent - trotz einiger "Schwächen in der Darstellung" - beeindruckt. Deren Abhandlung über Sudentendeutschland zeigt, wie "durch eine Ethnisierung von Konflikten soziale, kulturelle und religiöse Probleme auf eine Ebene des Vorpolitischen verschoben" werden.
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