Keine Adlige hat je geschafft, was der bürgerlich geborenen Madame de Pompadour (1721 - 1764) aufgrund ihrer Schönheit, Bildung und Intelligenz scheinbar mühelos gelang: Als mächtige Mätresse und Mitregentin Ludwigs XV. zwei Jahrzehnte in Versailles zu residieren dem König zunächst in leidenschaftlicher Liebe, später in tiefer Zuneigung und lebenslanger Freundschaft verbunden. Mit Charme und diplomatischem Geschick behauptete sich die Favoritin nicht nur am französischen Hof, sondern griff auch als einflußreiche Ratgeberin und Vermittlerin in die große Politik ein: In ihrem Salon empfing sie ausländische Diplomaten und half mit, im Siebenjährigen Krieg ein Bündnis mit Österreich zu schmieden. Auf der Höhe der Macht aber begannen ihre Kräfte zu schwinden. Sie starb an einer Lungenkrankheit am 15. April 1764.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.02.2007
Für Manfred Schwarz ist es ein schwaches Zeugnis für die moderne Geschichtsschreibung, dass die jetzt erschienene Biografie der Madame de Pompadour von Evelyne Lever sich sowohl in Anlage als auch in der Interpretation der Figur ganz auf die Lebensbeschreibung der Brüder Goncourt stützt. So wie ihre berühmten Vorgänger des 19. Jahrhunderts versteht die französische Historikerin die Mätresse Ludwig XV. als eine sich im Kampf um die Gunst des Königs und ihre Stellung am Hof aufreibende Frau, wobei sie der Geschichte noch eine gehörige Portion Sentimentalität beimischt, wie der Rezensent feststellt. Den Mangel an eigenen Einfällen hätte Schwarz der Autorin noch verziehen, aber sichtlich ärgert er sich über die wenig kritische Würdigung der Quellen, unter denen man einige "Fälschungen" annehmen kann, wie Schwarz betont.
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