Konstanz University Press, Göttingen 2026
ISBN
9783835391895 Gebunden, 160 Seiten, 20,00
EUR
Klappentext
Aus dem Französischen von Petra Willim. Beziehungen entstehen, zerbrechen und entstehen neu. Aber mehr denn je fehlen die Worte und Geschichten, die uns das Ende der Liebe und die Rückkehr ins Leben erleichtern. Fabienne Brugère setzt die verstreuten Fragmente einer Sprache des Entliebens neu zusammen.Wie die Liebe ist auch das Entlieben universell, und doch möchten wir das Entlieben, im Gegensatz zur Liebe, weder immer wieder erleben noch darüber sprechen. Es sucht uns heim, bleibt aber sprachlos. Das Bildreservoir des Entliebens ist ungleich karger als das ungemein darstellungsreiche des Verliebens. Das liegt nicht zuletzt daran, dass das Ende der Liebe mit dem zusammenhängt, was uns wehtut und schadet, was uns erschüttert und verunsichert zurücklässt - allein mit Angst, Leid, Schuld, Wut oder Hass. Entlieben erzählt diese verstörende Erfahrung und fasst sie in Geschichten und Bilder. Fabienne Brugère stellt Fragmente einer Sprache des Entliebens zusammen, indem sie in ihrem Buch das Ende der Liebe als einen Prozess mit markanten Etappen beschreibt, die sie mit Beispielen aus Literatur und Philosophie, der Kunst, dem Film und der Musik verknüpft. So gewinnt das, was uns unbegreiflich erscheint, Konturen, wird erzählbar. Das Entlieben kommt oft mit Taubenfüßen daher, bevor sich seine Symptome dann in all ihrer Grausamkeit und Tristesse zeigen: Verdächtigung, Verrat und Verzweiflung wechseln sich ab. Entlieben richtet aber auch den Blick nach vorn und stellt die Fragen, die zählen: Wie kann man besser leben? Wie kann man anders lieben?
Ist Entlieben die höchste Form von Freiheit? Dieser Frage spürt Rezensentin Marie-Luise Goldmann mithilfe der französischen Philosophin Fabienne Brugère nach. Deren These lautet: In Zeiten, in denen Beziehungsdauern sinken, ist es sinnvoll, das Ende einer Liebesbeziehung nicht als negatives Erlebnis zu verstehen, sondern als Chance. Ein wenig arg neoliberal hört sich das schon an, findet Goldmann. Wobei Brugère, die in ihrer philosophischen Schrift unter anderem auf Ovid zurückgreift, durchaus anerkennt, dass das Problem beim Entlieben oft in der Asymmetrie besteht, dass sich einer schneller entliebt als der andere. Um die Erfahrung des Entliebens positiv zu erleben, sind jedenfalls andere Formen der Sozialbeziehung wie etwa Freundschaften wichtig - weniger hilfreich ist es, sich gleich in die nächste Liebe zu stürzen, lernt die Rezensentin. Goldmann liest all das interessiert, komplett überzeugt scheint sie allerdings nicht zu sein.
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