Einen Sommer und einen Herbst verbringt die neapolitanische Poetin auf Ventotene, der ehemaligen Gefängnisinsel im Mittelmeer, die zum Spiegel ihres eigenen Zustands wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 03.06.2000
In einer Lebenskrise, deren Hintergründe nur angedeutet werden, hat sich die süditalienische Schriftstellerin Fabrizia Ramondino auf die Insel Ventotone zurückgezogen. Das Buch, das sie darüber geschrieben hat, ist, so Rezensent Roland H. Wiegenstein, die "Geschichte einer Selbstheilung", die Respekt abnötigt. Die Erzählung gehe über bloße Privatheit hinaus, die Krise werde in große Beschreibungsgenauigkeit umgesetzt. Der Überdruss an der italienischen Gegenwartsgesellschaft, die Immunisierung dagegen durch Beschäftigung mit der Vergangenheit werde ohne Larmoyanz und Selbstgerechtigkeit in Szene gesetzt.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 23.03.2000
Gabriele Killert ist eine Bewunderin der Bücher von Fabrizia Ramondino, deren Bücher seit Jahren regelmäßig im Arche Verlag und von Maja Pflug "einfühlsam übersetzt" erscheinen. Ein großes Thema der neapolitanischen Schriftstellerin sei stets dieKindheit gewesen oder vielmehr die skandalöse Vertreibung daraus; nun habt die Autorin, so Killert, ein neuer Skandal erwischt: der Prozeß des Älterwerdens, der sie in eine Krise manoevriert hat, aus der sie schreibend wieder auftaucht. Ihr Zufluchtsort sei die Insel Ventotene, wo früher Verbannte gehaust haben, Piraten, Anarchisten, mythische Gestalten jedenfalls, in deren Geschichten Romandino "unauffällig", wie Gabriele Killert meint, und "in fragmentierter Erzählform" ihre eigene aufgehen läßt. Der Rezensentin hat es gefallen.
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