Aus dem Englischen von Ulrike Kretschmer. Wie können wir mit denen leben, die anders sind als wir? Der Anthropologe Farhan Samanani nimmt sich eines der polarisierendsten Themen unserer Gegenwart an: Diversität. Zunehmend handeln und denken wir, als ob die Gräben zwischen uns unüberbrückbar wären: Anstatt Austausch zu suchen, schaffen wir Blasen, errichten Mauern und gentrifizieren ganze Städte, um uns mit Gleichgesinnten zu umgeben. Doch es geht auch anders. Auf der Suche nach Experimenten des Miteinanders führt uns der Anthropologe Farhan Samanani von Kilburn, einem 'superdiversen' Stadtteil Londons, nach Somalia, Südindien und Madagaskar, bis ins hiesige Hoyerswerda. Er stellt uns Menschen vor, die dem Impuls widerstehen, sich angesichts der Andersartigkeit ihres Gegenübers ins Private zurückzuziehen. Von inklusiven städteplanerischen Strategien und politischen Maßnahmen bis hin zur Eröffnung eines Gemeindecafés erschließt er uns zahlreiche Möglichkeiten für eine bessere, solidarischere Welt.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 29.11.2023
Rezensent Marko Martin liest Fargan Samananis Plädoyer für mehr Miteinander mit Wohlwollen. Die Zunahme "tribalistischer" Verhaltensmuster in der Gesellschaft legt ihm der kanadische Anthorpologe anhand verschiedener Fallbeispiele überzeugend dar, auch Lösungsvorschläge hat er parat. So lernt der Kritiker hier etwa, dass Gruppenidentitäten keineswegs "organisch" sind. Hätte Samanani die Welt der Rechten sowie das mitunter "archaische, misogyne" und häufig "antisemitische" Verhalten in manchem Immigrantenmilieu nicht ausgespart, fände Martin das Buch noch besser.
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