Aus dem Spanischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Martin von Koppenfels. »Lyrik zum Die-Pulsadern-Aufschneiden« ? mit diesen Worten beschrieb Federico García Lorca seine New Yorker Gedichte, deren Drucklegung er hinauszögerte, bis es zu spät war, nämlich bis ins Jahr 1936, in dem er ermordet wurde. Der schließlich nach dem Ende des spanischen Bürgerkriegs erschienene Band "Dichter in New York" galt jahrzehntelang als eine Art pathologisches Intermezzo, eine vorübergehende Verdüsterung im Werk des andalusischen Dichters. Das hat sich gründlich geändert. Aus heutiger Sicht erscheint Dichter in New York in seiner Kompromisslosigkeit und seiner entfesselten bildlichen Phantasie immer noch als extremes Buch, das jedoch längst als Höhepunkt nicht nur innerhalb der spanischsprachigen Dichtung des 20. Jahrhunderts anerkannt ist. "Dichter in New York" erscheint zweisprachig, in einer neuen Übersetzung und endlich in seiner Urgestalt. Ein Anhang enthält Materialien, die zum Teil erstmals in deutscher Übersetzung erscheinen, darunter Lorcas eigenen Prosakommentar.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.05.2001
Rita Catrina Imboden begrüßt diese Neuausgabe der zwischen 1929 und 1930 entstandenen Gedichte, die ihre Publikation dem 1997 gemachten Zufallsfund des bis dahin verschollenen Manuskripts verdankt. Sie preist die zweisprachige Ausgabe dafür, einen zwar nicht völlig neuen, aber einen "entstaubten und transparenten" Lyriker zu präsentieren. Die Rezensentin freut, dass, im Gegensatz zu der früheren Übersetzung, die Gedichte "weniger gestelzt und rhythmisiert" sind, auch wenn der Übersetzer Martin von Koppenfels mitunter zur "Ausdeutschung" prägnanter Sequenzen neigt, wie sie kritisch anmerkt. Als außerdem begrüßenswert lobt sie die Anmerkungen im Anhang, die Textvarianten angeben und die erstmalig auf Deutsch zugängliche Rede Lorcas, die er 1930/31 beim Erscheinen der Gedichte hielt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.12.2000
Hans Jürgen Schmitt bezeichnet Federico Garcia Lorcas Gedichtband "Dichter in New York" als "eines der meistgelesenen und meistdiskutierten Gedichtbücher des 20. Jahrhunderts". Die nun nach 52 Jahren in neuer Übersetzung vorliegende Neuauflage ist für ihn "ein Ereignis ersten Ranges". Eigentlich ist die Rezension eine Hymne auf den neuen Übersetzer Martin von Kloppenfels, der nicht nur eine sehr gute Übersetzungsarbeit geleistet habe, sondern in einem Nachwort kenntnisreich Widersprüche und Ungereimtheiten des Dichters anhand des Gedichtbandes diskutiere. Dass Schmitt in seiner Rezension so ausführlich auf die Übersetzung eingeht, liegt daran, dass "Dichter in New York" bisher lediglich in einer allseits als mäßig beurteilten Übersetzung vorlag, bessere Übersetzungen jedoch nicht möglich waren, da Lorcas Übersetzer Heinrich Beck seine Übersetzungen wie Autorenurheberrechte festschreiben ließ. Erst 1998 wurde diese Regelung gerichtlich aufgehoben, wie Schmitt berichtet, und der Weg frei für eine angemessenere Übertragung. Da Beck sich selbst als Dichter fühlte, verfälschte er Lorca Gedichte nicht selten zugunsten seiner eigenen, eher pathetischen Gefühls- und Sprachwelt - ganz anders Kloppenfels, wie Schmitt an zwei Beispielen nachweist. Seine Übertragungen bemühen sich um adäquate Wiedergabe des Dichterwortes, was ihm vorzüglich gelungen sei, findet Schmitt. Zusammen mit dem "glänzenden" Nachwort eröffnet die Neuerscheinung neue Zugänge zu Lorcas und seinem Werk, versichert der Rezensent.
Jana Hensel: Es war einmal ein Land In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun… Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Robert Menasse: Die Lebensentscheidung Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine "Lebensentscheidung" und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Als er seine Mutter zum 89.…