Fedor Roth

Hermann Muthesius und die Idee der harmonischen Kultur

Kultur als Einheit des künstlerischen Stils in allen Lebensäußerungen eines Volkes
Cover: Hermann Muthesius und die Idee der harmonischen Kultur
Gebr. Mann Verlag, Berlin 2001
ISBN 9783786123309
Gebunden, 310 Seiten, 45,00 EUR

Klappentext

Hermann Muthesius (1861 - 1927), Architekt, preußischer Ministerialbeamter, Mitbegründer des Deutschen Werkbundes und einer der wichtigsten Wortführer der architektonischen Moderne forderte 1907: "Das Ziel der Zeit muß unbedingt eine allgemeine harmonische Kultur sein, eine Kultur, wie sie frühere Jahrhunderte in Deutschland gehabt haben und Japan noch im 19. Jahrhundert besessen hat" und will damit "zu jener 'Einheit des künstlerischen Stiles in allen Lebensäußerungen' kommen, die Friedrich Nietzsche einmal treffend als das eigentliche Wesen der Kultur eines Volkes bezeichnete". Wie vorliegende Untersuchung zeigen möchte, umschreibt Nietzsches Definition in knappster Form das Programm von Muthesius' Idee einer harmonischen Kultur.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.06.2002

Dass die Frage "In welchem Stile sollen wir bauen?" nicht erst in der Postmoderne, sondern schon im 19. Jahrhundert, nach der Ablösung der klassischen "Stilnorm" gestellt wurde, möchte die Rezensentin Valeska von Rosen erwähnt wissen. Diesem Gedanken der Relativität sei um die Jahrhundertwende wieder eine neue "Verbindlichkeit" entgegengesetzt worden, für die der Architekt Hermann Muthesius wortführend gewesen sei. Seine "Reformbestrebungen" hat Muthesius anhand von zahlreichen Schriften erläutert, die Fedor Roth nun gesammelt und den "Ideenkosmos" des Architekten sowohl "fundiert" als auch "anschaulich rekonstruiert" hat, lobt die Rezensentin. Muthesius' Denken sei von "Dualismen" geprägt und fordere, dass sich Form aus Inhalt ergebe, als "Ausdruck einer überindividuellen, inneren Wahrheit". Dagegen ist nichts einzuwenden, meint von Rosen, doch die praktische Einlösung gestaltet sich "schwierig", was auch Muthesius formuliert. Seiner Ansicht nach seien alle "kleineren Haustypen" letztlich nur ein schaler Abglanz von Leyes Wood, dem von Norman Shaw - den Muthesius verehrte - erbauten Landhaus. Genauso "schal" erscheint der Rezensentin allerdings Muthesius' Begründung, "nur im englischen Haus manifestiere sich die vorbildliche bürgerliche Wohn- und Lebensform, die ihren Bewohner auch moralisch präge".

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