Der Architekt Adolf Rading zählt zur ersten Generation der Klassischen Moderne der zwanziger Jahre. Vor 1933 arbeitete er hauptsächlich in Breslau und Berlin. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verließ er Deutschland und ging zunächst nach Frankreich, 1936 nach Palästina und schließlich 1950 nach England. In ihrer Studie untersucht die Autorin die wechselnden Kontexte und Projekte seiner Exil-Stationen. Dabei schreibt sie keine rein architektonische Ereignisgeschichte. Mit dem Emigrationsziel Palästina nähert sich die Untersuchung auch einem historischen Raum von besonderer Aktualität. Anders als herkömmliche Architektenmonografien leistet die Arbeit einen bedeutenden Beitrag zur Exilforschung. Das heterogene Exilwerk des Architekten spiegelt mit seinen inneren Brüchen und formalen Überschreitungen nicht nur seine fragmentarischen Bedingungen, sondern erweitert im vergleichenden Blick unser Verständnis von der internationalen Transformation der Moderne in den 30er bis 50er Jahren des 20. Jahrhunderts. Die dem Band zugrunde liegende Dissertation wurde 2003 mit dem Theodor-Fischer-Preis des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München ausgezeichnet.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.06.2006
Der Rezensent Jürgen Tietz zeigt sich recht beeindruckt vom Informationsgehalt dieses Buches über den Architekten Adolf Rading. Besonders beleuchtet wird, wie die Erfahrung des Exils seine Arbeit beeinflusste. Dazu forschte die Kunsthistorikerin und Autorin Regina Göckede nicht nur in seinem Berliner Nachlass, sondern auch in seinem vorübergehenden Zufluchtsland Israel. Überhaupt konstatiert Tietz, dass die Arbeit "aufwendig recherchiert" ist - was allerdings auch den Preis hat, dass die Autorin sich einer "verquasten Wissenschaftssprache" bedient, die Tietzes Lesevergnügen recht abträglich ist. Über die Biografie Radings hinaus gebe es aber davon abgesehen einiges zu lernen, weil Göckede auch die allgemeine architekturgeschichtliche Entwicklung des 20. Jahrhunderts miteinbezieht.
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