Hanser Berlin, Berlin 2026
ISBN
9783446284142 Gebunden, 128 Seiten, 20,00
EUR
Klappentext
Das Leben ist eine Reise mit unbekanntem Ziel. Aber wie leben wir auf Reisen, wie schlafen, wo wohnen, was essen wir, wie lieben, streiten und arbeiten wir, während wir, mit allen Risiken und Nebenwirkungen, permanent unterwegs sind, die Welt zu erkunden, um dem Ort unserer Sehnsucht ein Stück näher zu kommen? Wer wüsste das besser als Felicitas Hoppe, die seit ihrer Weltumrundung auf einem Containerfrachtschiff mit ihrer Fantasie und Erzähllust mühelos sämtliche Grenzen überwindet. Während sie vom Abenteuer ihrer überbordenden Reisebiografie erzählt, die einst als Stubenhockerin begann, denkt sie über den Alltag und die Metaphysik des Reisens nach, dass wir unsere vier Wände eigentlich nie mehr verlassen müssten und zugleich sofort wieder aufbrechen wollen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.07.2026
Rezensentin Sieglinde Geisel bespricht zwei Beiträge zur "Leben"-Reihe von Hanser, die sich essayistisch diversen Kernthemen menschlicher Existenz widmet. Felicitas Hoppe outet sich in ihrem Text über das "Reisen" als passionierte Stubenhockerin, die der Existenz am Schreibtisch mehr abgewinnen kann als "Gipfelstürmern", erklärt Geisel. Sie berichtet aber durchaus auch von eigenen Reiseerlebnissen, unter anderem ihrer Weltumrundung auf einem Containerschiff, aus der der Kurzroman "Pigafetta" entstand. Das findet die Kritikerin ziemlich spannend, zwiegespalten ist sie ob des zuweilen etwas flapsigen Stils Hoppes, die mit "launigen" Leseransprachen manchmal Humor beweist, manchmal allerdings auch etwas zu bemüht wirkt. Einige Passagen des zwischen "Beobachtungen über die modernen Rituale des Reisens", "Deutungsversuchen" und persönlichen Erinnerungen hin und her wechselnden Texts finden Geisels Zuspruch, einiges ist ihr allerdings auch zu oberflächlich, etwa Hoppes wenig originelle Kritik an der Tourismusbranche. Immer wieder "leuchten" aber Sätze aus diesen Reflexionen hervor, versichert die Kritikerin abschließend.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.05.2026
Einen "feinnervigen und überaus klugen" Essay über das Reisen hat Felicitas Hoppe hier verfasst, freut sich Rezensent Paul Jandl. Dabei war die Autorin einst eher eine Stubenhockerin, reiste vor allem in ihrer Fantasie beim Lesen von Büchern. Ganz abgesehen davon, dass die finanziellen Verhältnisse in ihrem Elternhaus das Reisen eh nicht zuließen. Später machte sich Hoppe, wie man aus dem Essay lernt, doch immer wieder auf in die Ferne, unter anderem nach Oregon, wo die amerikanische Weite sie beeindruckte. Außerdem amüsiert sie sich darüber, wie Reisen einen gleichzeitig mit dem Fremden konfrontieren und doch immer nur das Eigene sehen lassen, etwa auf dem Campingplatz als Ersatzvorgarten. Inspirierende Gedanken über eine Form des Reisens, die viel mit Fantasie zu tun hat, macht sich Hoppe hier, so das enthusiastische Fazit.
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