Herausgegeben von Felix Bartels. "Mit den Dichtern ist es ja in vielem ungemein praktisch: man muß ihnen Tempel bauen und darf sie ansonsten an allem Schuld sein lassen", schreibt der Mainzer Jurist André Thiele an den verehrten Peter Hacks, dem er seine Dienste für Recherchen anträgt. Fortan entwickelt sich ein umfassender schriftlicher Austausch, in dem in spielerisch-ironischem Gestus Substanzielles über Hacks' Arbeitsweise, ästhetische Positionen und Ansichten zum Zeitgeschehen neben privaten Anekdoten steht. Die bisher unveröffentlichten Briefe aus den Jahren 1997 bis 2003 gewähren neue Einblicke in die letzte Schaffensphase des Dichters.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.10.2012
Gustav Seibt ist hingerissen von so viel höfischer Manieriertheit im Ton des Briefwechsels zwischen Peter Hacks und seinem liebenden Schüler Andre Thiele. Hingerissen vor allem, weil sich hinter all den "Sire!, Ihr erg., Trautwertester, Cher Confrère" doch auch wissenschaftliche Trouvaillen verbergen. So geheimhalterisch und formalisiert das Ganze vonstatten geht, so sehr taugt es dem Rezensenten als Apparat zu Hacks' Romantik-Schrift von 2001. Hier erst erkennt Seibt nämlich, welch unerschütterliches Helferlein Hacks in Thiele besaß, der die verschwörerische Komponente im Kampf zwischen Romantik und Klassik maßgeblich mit herausarbeitete. Das Geheimnistuerische, findet Seibt, prägt auch die Korrespondenz, also Einverständnis und Dünkel, aber eben auch hochinteressante Thesen.
Jana Hensel: Es war einmal ein Land In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun… Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Robert Menasse: Die Lebensentscheidung Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine "Lebensentscheidung" und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Als er seine Mutter zum 89.…