Der Fall Wirecard ist der größte Wirtschaftsskandal der Nachkriegszeit. Die Topmanager Markus Braun und Jan Marsalek wandern in Haft oder tauchen unter und der Wirtschaftsstandort Deutschland steht maximal beschädigt da. Über Jahre hinweg trommelten Analysten für die Aktie, Prüfer hielten die Hand auf, Aufseher schauten weg und Politiker gaben Schützenhilfe. Felix Holtermann hat Wirecard früh kritisch durchleuchtet und brisantes, bislang unveröffentlichtes Material zutage gefördert - unter anderem die letzten Nachrichten des Vorstands Marsalek auf der Flucht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.05.2021
Rezensent Tillmann Neuscheler sieht die Verbesserungsvorschläge kritisch, die sich für den Handelsblatt-Autor Felix Holtermann aus dem Wirecard-Skandal ergeben. Davon abgesehen aber kann er das Buch nur empfehlen, denn es scheint ihm gut strukturiert und geschrieben und voller Fakten. Die Kernfrage, wie der Skandal möglich wurde, behandelt der Autor laut Rezensent zudem eingehend mit Blick auf Politik, Wirtschaftsprüfer, Lobbyisten und Finanzaufsichten. Der szenische Einstieg in die Kapitel gefällt Neuscheler gut, er passt wohl zu diesem veritablen Wirschaftskrimi.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 26.04.2021
Rezensentin Ursula Weidenfeld erfährt beim Handelsblatt-Journalisten Felix Holtermann, warum der Fall Wirecard kein Einzelfall war. Klug findet sie Holtermanns Buch, weil der Autor darin die übersehenen Warnzeichen beleuchtet und die Systemfehler aufzeigt, die den Großbetrug erst möglich machten. Holtermann wirft das Licht nicht nur auf die Betrüger selbst, sondern auch auf einäugige beziehungsweise blinde Wirtschaftsprüfer und Finanzaufsichtler, erklärt Wiedenfeld. Wo das viele Geld abgeblieben ist, erfährt sie leider auch bei Holtermann nicht.
Rezensentin Katja Scherer kennt viele der Details zum Wirecard-Skandal schon, die der Wirtschaftsjournalist Felix Holtermann in seinem Buch festhält. Dennoch liest sie das Buch gebannt und mit Gewinn. Das liegt an Holtermanns Expertise, seiner langen Beschäftigung mit dem Unternehmen Wirecard und seiner mit persönlichen Anekdoten angereicherten Details über die betrügerischen Geschäfte. Darüber hinaus erfährt Scherer vom Autor sachkundig und "gut aufgeschrieben", worin das Systemversagen im Fall Wirecard bestand und wie Abhilfe zu schaffen wäre. Wichtige Lektüre nicht zuletzt für die Verantwortlichen der Finanzkontrollorgane, findet Scherer.
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