Ferdinand Zehentreiter (Hg.)

Komponisten im Exil

16 Künstlerschicksale des 20. Jahrhunderts
Cover: Komponisten im Exil
Henschel Verlag, Berlin 2008
ISBN 9783894875329
Gebunden, 320 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Ob sie aus der Sowjetdiktatur oder vor den Nazis fliehen mussten wie Sergei Prokofiew, Arnold Schönberg und Paul Hindemith, ob Militärdiktaturen ihnen ein Weiterleben in der Heimat unmöglich machten wie im Falle Jannis Xenakis und Isang Yun, oder ob sie in einem anderen politischen System ihr wahres Zuhause vermuteten wie Hanns Eisler: Für viele namhafte Komponisten, die im 20. Jahrhundert lebten und wirkten, war das Exil Zwischen- oder gar Endstation. Welche Auswirkungen die erzwungene Lebenssituation auf ihr kompositorisches Schaffen hatte, davon erzählt dieses Buch. In 16 Einzelporträts, verfasst von internationalen Spezialisten, vermittelt der von Ferdinand Zehentreiter herausgegebene und eingeleitete Band ein ebenso anrührendes wie hochinteressantes Kapitel der jüngeren (Musik-)Geschichte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.12.2008

Das Problem der Auswahl scheint für Jürgen Otten etwas in den Hintergrund zu treten angesichts der Verdienste des Buches. Darüber, dass Kurt Weill und Ernst Toch fehlen, tröstet sich der Rezensent vor allem mit denjenigen Artikeln hinweg, die das Wesen des Exils und seine Auswirkungen auf den Künstler und sein Werk "nachhaltig" zu benennen vermögen. Das 20. Jahrhundert samt seiner Verwerfungen exemplarisch darzustellen, ist nicht leicht, weiß Otten. Ebenso entschuldigend verweist er auf die dem Herausgeber Ferdinand Zehentreiter und seinen Autoren sich stellende Aufgabe, die Komponistenbiografien und Werkgeschichten auf Form und Inhalt beziehungsweise Ursache und Wirkung hin zu untersuchen, um den Exileffekt zu ermessen. Plausibel gelingt das Max Nyffeler mit Iannis Xenakis, meint Otten. Weniger überzeugt haben ihn die Beiträge über Ligeti oder Hindemith.

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