Nach der Oktoberrevolution 1917 flohen zahlreiche Komponisten ins Ausland, die russische Musikgeschichte spaltete sich in einen inner- und einen außersowjetischen Strang. Die anfängliche Experimentierfreude in der UdSSR wurde bald durch Stalin unterbunden. Parallel etablierte sich die russische Musik im Ausland, repräsentiert durch Namen wie Prokofjew, Rachmaninow und Strawinsky. Der vorliegende Band widmet sich erstmals umfassend der Spaltung der russischen Musikkultur. Als Schlüsselfigur der Zeit zwischen 1930 und 1950 entpuppt sich dabei Prokofjew, der in die Sowjetunion zurückkehrte und beide Musikkulturen in sich vereinte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.12.2004
Kerstin Holm spricht dem Aufsatzband über den Wandel der stalinistischen Musikpolitik und -kultur ein Generallob aus. Ohne Ausnahme feiert sie die "materialgesättigten" und "in Vielem richtungsweisenden" Beiträge, die vor drei Jahren auf einem Symposium russischer und deutscher Wissenschaftler am Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik vorgetragen wurden. Besondere Erwähnung finden die Moskauer Musikwissenschaftlerin Swetlana Sawenko, die den Wandel der kulturpolitischen Lage um 1930 auch mit der geänderten Selbstwahrnehmung des kommunistischen Projekts erklärt. Aber auch die exemplarischen Fallstudien zu persönlichen Schicksalen wie dem von Nikolai Roslawez, Alexander Mossolow, Prokofjew oder Schostakowitsch erklären laut Holm, wie die "Gebäude der alten Hochkultur in Etappen demontiert" wurden.
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