Aus dem Spanischen von Susanne Lange. Ob New York, Rom, Wien oder Berlin - immer wenn der Kubaner Jose Manuel Prieto von einem Taxifahrer gefragt wird, woher er denn sei, hört er ein begeistertes "Ah, Fidel Castro!" Wie kommt es zu diesem vital strahlenden Bild der kubanischen Revolution und Fidel Castros? Hat die Wirklichkeit nicht längst alles Triumphale abgeschabt? In sehr persönlichen, nicht eifernden, eher schmerzvollen kleinen Schritten rekapituliert Jose Manuel Prieto Momente der Kindheit, als Politik keine Sache des Urteils war, sichtet die öffentlichen und die intimeren Aspekte Kubas. Dabei meißelt er keine Eindeutigkeiten heraus, er schildert die Dinge vielmehr als unausweichlich komplex und ambivalent.
Ebenso bezwingend wie spielerisch findet Rezensent Manuel Karasek dieses Buch des exilkubanischen Autors über Fidel Castro und die kubanische Revolution aus der Sicht der Gegenwart. Denn weder ist der Autor nach Ansicht des Rezensenten von rechten antikommunistischen Ressentiments gegen Kuba infiziert, noch neigt er aus Karaseks Sicht zu linker Glorifizierung. Stattdessen entwerfe er ein sehr unabhängiges Bild von Vorteilen und Schattenseiten Castros und seiner Revolution und spreche sich bei aller Kritik am System gegen einen gewaltsamen und für einen schrittweisen Umbruch aus. Auch sei es keine politische Streitschrift, sondern ein höchst ernster Exkurs über die schizophrene Beziehung Lateinamerikas zum großen Bruder USA, und eben auch der kubanischen Affinitäten zum Feind in Washington.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.07.2009
Überaus wohlwollend hat Merten Worthmann Jose Manuel Prietos persönliche Sicht auf die kubanische Revolution aufgenommen. Experte ist der kubanische Autor, der lange in Russland lebte und zur Zeit in New York ist, wohl weder für kubanische Geschichte noch für Politik, meint der Rezensent, der den von Heimweh und Zorn geprägten Einspruch Prietos gegen das "Unglück" des aus seiner Sicht von den USA mit verschuldeten kubanischen Elends nachvollziehen kann. Nicht zuletzt die fiktive Erzählsituation - Prieto erklärt die kubanische Lage einem Taxifahrer - macht die Kurzweiligkeit der Lektüre aus, findet Worthmann, der auch erleichtert feststellt, dass der Autor bei aller Kritik seinen Sinn für Humor über etwaige Verbitterung triumphieren lässt. Hier rühmt der Rezensent auch ausdrücklich die Übersetzungsleistung von Susanne Lange, die viel dazu beitrage, Prietos originellen und der "suggestiven Metapher" allemal den Vorzug gegenüber schlüssigen Argumenten gebenden Ausführungen in adäquates Deutsch zu übertragen.
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