Kuba ist das letzte Land der westlichen Hemisphäre, das sich "sozialistisch" nennt. Doch heute fragt sich alle Welt, wie die Ära nach Fidel Castro aussehen wird. Vor dem Hintergrund der großen Linien in der historischen Entwicklung Kubas konzentriert sich der Historiker Michael Zeuske auf die Darstellung der inneren Machtverhältnisse, die Beziehungen Kubas zu den Großmächten und die Problematik einer eigenständigen Wirtschaftsentwicklung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.11.2004
Geri Krebs ist durchaus angetan von Michael Zeuskes Kuba-Buch, selbst wenn er einige Ansichten nicht ganz teilen kann. Für die vorliegende Neuauflage habe der Kubanologe das Buch erheblich erweitert und vieles geändert oder neu gewichtet, wobei ihn immer auch der Bezug der eigenen Biografie zu Kuba auszeichne. Neben seiner Theorie der "kleinen und der großen Kubas", die sich mit der scheinbar parallelen Überdimensionierung (im Export oder bezüglich des Kuba-Bildes in der Tourismus-Industrie) sowie Unterdimensionierung (zum Beispiel im Kleinbäuerlichen) befasst, vertrete Zeuske die Ansicht, dass Fidel Castro den Nationalismus der Insel so geschickt zu nutzen wisse, dass dieser mitsamt des Castroismus auch nach seinem Tode weiter bestehen könnten. Auch die Möglichkeit einer politischen Änderung durch die derzeitige Führung schließe der Autor nicht aus. Ganz folgen mag ihm der Rezensent in diesem Zusammenhang nicht. Nichtsdestotrotz machten solche Ansichten das Buch nicht weniger "umfang- und kenntnisreich".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.02.2001
Gemeinsam ist den drei von Geri Krebs besprochenen Kubabüchern, dass sie den "zentralen Stellenwert der Kultur" hervorheben und dabei politische und geschichtliche Aufklärung betreiben, wo die Insel beim derzeitigen Kuba-Boom im bunten Folklorekitsch der nahezu endlosen Veröffentlichungen zu versinken droht.
1) Michael Zeuske: "Die Insel der Extreme"
Eine "nüchterne und vorurteilsfreie" Bestandsaufnahme der Geschichte der Insel im 20. Jahrhundert befindet der Rezensent. Wenn er auch an manchen Stellen die "Tendenz zur Übernahme offiziöser Sichtweisen" bemängelt, so zeichne seiner Meinung nach der Autor ohne "Schwarzweißmalerei" ein gelungenes Bild der Insel. Ganz besonders hebt der Rezensent Zeuskes "eigenwillige" Periodisierung der Geschichte Kubas hervor, womit der Autor das 42 Jahre dauernde Regime Castros "plausibel als tief in Kultur und Mentalität der Kubaner verwurzelt" darstellt. Gemeinsam hoffen so am Ende der Rezension Autor und Rezensent auf eine gute Zukunft für Kuba, wobei der kritischere Blick diesbezüglich wohl dem Rezensenten gehört.
2) Michael Zeuske: "Kleine Geschichte Kubas"
Weniger gelungen als das zuvor besprochene Buch findet der Rezensent Zeuskes zweite Veröffentlichung. Hier geht es nicht nur um das 20. Jahrhundert, sondern um die ganze Geschichte Kubas von der präkolumbianischen Zeit bis zur Gegenwart. Für die Darstellung der kubanischen Gegenwart biete das Buch weit weniger, obwohl Kapitel aus dem zuvor besprochenen Buch in verkürzter Form aufgenommen sind. Einzig das Kapitel über die Sklaverei kann den Rezensenten so richtig überzeugen.
3) Bert Hoffmann, "Kuba"
Im Gegensatz zu den beiden zuvor besprochenen Büchern kommt der Band von Bert Hoffmann nach Auskunft des Rezensenten "mit keinerlei wissenschaftlichen Ballast versehen" daher, sondern ist ein "spannend zu lesender (...) Überblick". Sehr angetan ist der Rezensent von den "zahlreichen in den Text eingestreuten Dokumenten" sowie einem "nützlichen, knappen Anhang". Zudem fühlt sich der Rezensent nach Lektüre diese Buche gut über die kubanische Kultur informiert und weiß endlich die "Dimension" des "Buena Vista Social Clubs" in Bezug auf den "kulturellen Reichtum Kubas" richtig einzuschätzen.
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