Aus dem Französischen von Barbara Heber-Schärer. Florence Schulmann ist kurz vor Kriegsende im KZ Bergen-Belsen geboren. Sie berichtet hier zum ersten Mal von ihrem Leben als "Überlebende ohne Erinnerungen". Erst kurz vor ihrem Tod erzählten die Eltern vom glücklichen Leben in ihrer polnischen Heimatstadt, von ihrer großen Familie und von der Deportation, die sie als einzige überlebt hatten.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 04.12.2025
Beeindruckt bespricht Rezensentin Katharina Teutsch Florence Schulmanns autobiografisches Buch. Die Autorin wurde im Lager Bergen-Belsen geboren, das sie gemeinsam mit ihren Eltern überlebte, später wohnte die Familie in Paris, die Eltern umsorgten die Tochter zwar in materieller Hinsicht, emotional blieb das Verhältnis jedoch kühl. Schulmann beschreibt, wie sie erst mit der Zeit entdeckte, dass das mit den Erinnerungen an die Schrecken im Lager zu tun hatte, die die Eltern nicht los ließ. Eine Reise nach Israel und die Begegnung mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht hatten, halfen ihr schließlich weiter. Das Buch, das Schulmann gemeinsam mit einer Journalistin verfasst hat, zeichnet sich der Rezensentin zufolge durch eine dichte, deutliche Sprache aus, gerade auch da, wo direkt auf die Shoah Bezug genommen wird. Schulmann hat dieses starke Buch außerdem mit direktem Bezug zum wieder aufflammenden Antisemitismus der Gegenwart geschrieben, schließt Teutsch.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…