Mit Weltbestsellern wie "Das Drama des begabten Kindes" (1979) wurde Alice Miller (1923-2010) als Kindheitsforscherin berühmt. Ihr Ansatz von der Macht des verdrängten Kindheitstraumas prägte die Selbsterforschung von Generationen. Hier meldet sich nun ihr Sohn Martin Miller, Psychotherapeut und Coach, zu Wort und erzählt erstmals die tragische Lebensgeschichte seiner Mutter, die dem Getto entkam und nach dem Krieg in der Schweiz ein neues Leben begann. Er macht den genialen therapeutischen Ansatz seiner Mutter transparent für das Leben, in dem er wurzelt. Wer war Alice Miller? Warum ließ das Thema Kindheit sie nicht los und warum fiel es ihr so schwer, ihre therapeutischen Einsichten im eigenen Leben, in dem Umgang mit den eigenen Kindern fruchtbar zu machen?
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.10.2013
Joachim Güntner gefällt an diesem Buch von Martin Miller, dass der Autor, selbst Psychotherapeut, keine Abrechnung mit seiner Mutter Alice Miller vorlegt und auch deren Arbeit gelten lässt. Dass der Autor mit Kritik dennoch nicht spart, macht das Buch für Güntner interessant. Millers Kindheit und Jugend, das von ihm unter anderem in Briefen dokumentierte und psychologisch erklärte Versagen der Mutter, die als Wissenschaftlerin so vehement für die Kinder Partei ergriff, bei dem eigenen Sohn, bieten dem Rezensenten frappierende Lektüre.
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