Florian Coulmas

Ich, wir und die Anderen

Das Zeitalter der Identität
Cover: Ich, wir und die Anderen
Orell Füssli Verlag, Zürich 2020
ISBN 9783280057186
Gebunden, 112 Seiten, 10,00 EUR

Klappentext

Vom Recht des "So sein zu dürfen, wie man ist" und anders zu sein als die Anderen, sind wir alle zutiefst überzeugt. Der Anspruch auf die eigene Identität ist einfach überall: auf Instagram, Facebook, YouTube, bei der Kleidungswahl und Musikvorlieben, in der Politik und bei der Wahl der Nahrungsmittel. Doch wenn alle von Identität sprechen, was ist damit eigentlich gemeint? Die Antwort ist gar nicht so leicht, denn Identität ist eben vielfältig: die der Flüchtlinge und die des Abendlands, die der Nation und der Deutschen, die der Rechtsordnung, der SPD, unserer Wurzeln, des Stadtzentrums, der Landschaft, der Katalanen, der Nationalmannschaft usw. Identität ist zu einem allseits verwendbaren Begriff geworden, der für vieles herhalten muss, auf individueller wie auf kollektiver Ebene. Das Buch zu einem Begriff, der unser Denken und Fühlen bestimmt und längst zur Leit- und Streitfrage der Politik geworden ist.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 12.05.2020

Rezensent Marko Martin findet Florian Coulmas' essayistischen Beitrag zum Identitätsdiskurs erfrischend. Konzis und elegant, meint er, schafft der Autor Überblick im Begriffswirrwarr um "Identität", warnt unaufgeregt und kenntnisreich vor kollektiven Identitäten und erklärt nachvollziehbar, dass Nationen und Kulturen alles andere als das Ergebnis organischer Entwicklungen sind. Dass der Autor auch die soziale Komponente des "Diversity Managements" und ihre Negierung durch die "Identitätspolitik" in den Blick nimmt, findet Martin lobenswert.

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