Mit zahlreichen Farbfotos. Die Taube auf dem Dach, die Ente im Park und die Maus im Keller sind uns als Stadtbewohner vertraut. Doch wenn uns plötzlich eine Wildschweinfamilie vor dem Supermarkt über den Weg läuft, wenn ein Wanderfalke über der City kreist und die Füchse in unserem Vorgarten stöbern, sieht das anders aus. Wilde Tiere haben in vielen Städten Deutschlands Einzug gehalten. Florian Möllers zeigt uns, warum die Tiere zunehmend in Städten einen komfortablen Lebensraum finden und wie die Menschen damit umgehen. Seine Landschaftsaufnahmen aus der Hauptstadt sind überraschend stimmungsvoll, seine Tierbilder und Stadtbeobachtungen häufig voller Komik. Ein praktischer Infoteil zum Thema "Stadtnatur erleben" rundet neben den zahlreichen überraschenden Bilddokumenten diesen wunderbaren Band ab.
Entzücken breitet sich im Rezensenten Michael Rutschky angesichts der Fotos aus, die Florian Möllers von Wildtieren in der Stadt aufgenommen hat. Denn Rutschky weiß selbst von Begegnungen mit Kanadagans, Fuchs und Graureiher in Berlin zu berichten. Das Buch konstatiere zwar nichts Unbekanntes, wenn es vom Einzug wilder Tiere in die moderne Stadt zeuge, trotzdem lässt sich hier die "quasireligiöse Evidenz" solcher Erscheinungen nachvollziehen, freut sich der Rezensent. Nur den im Geleitwort der Senatorin für Stadtentwicklung ebenso wie in den Texten Möllers vorhandene "kulturpessimistische" Unterton findet Rutschky verfehlt: Schließlich erschlössen sich die Tiere hier ganz neue Lebensräume, und kriegerisch sei dieses Vordringen auch nicht, meint der Rezensent.
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