Ford Madox Ford

Der Mann, der aufrecht blieb

Roman
Cover: Der Mann, der aufrecht blieb
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2006
ISBN 9783821807126
Gebunden, 306 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Joachim Utz. Nach jahrelanger Trennung und Ungewißheit sehen sich der Kriegsheimkehrer Christopher Tietjens und die von ihm verehrte Valentine Wannop am Tag des Waffenstillstands wieder. Doch die quälenden Bilder des grauenhaften Krieges lassen ihn noch nicht los. Allerdings hat er jetzt - nachdem im Krieg die alte Welt des Viktorianismus und der feudalen Tradition untergegangen ist - die Kraft, sich den Angriffen seiner ihn hassenden Ehefrau zu entziehen, und ist reif, sich zu seiner Liebe zu Valentine zu bekennen. Bisher hatte er sich dies aus Gründen gesellschaftlicher Konvention versagt. Aus dem Alptraum des Krieges und dem Chaos einer orientierungslosen Gegenwart erwächst den Liebenden die Chance eines Neubeginns.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.10.2006

Mit diesem Band liegt nun der dritte Teil von Ford Madox Fords Tetralogie um den Helden Christopher Tietjens auf Deutsch vor und Rezensent Uwe Pralle ist beglückt. Denn für ihn gibt es nicht viele Romane, die so obsessiv den Ersten Weltkrieg "oder einen anderen Krieg" mit den "Gefühlsleben des Zivillebens" verbinden, wie diesen, in dem er einen erbittert geführten Ehekrieg in die Beschreibung des Ersten Weltkriegs eingebettet fand. Der Stoff faszinierte ihn als "Epos über grausame und romantische Züge der Liebe" sowie das "grausame Alltagsanlitz des Krieges". Besondere suggestive Wirkung entwickelt in diesem Zusammenhang Fords Talent, den "übersinnlich wirkenden akustischen Schrecken" des Krieges in "Nahbilder des zivilen Alltags" zu übersetzen. Die eigenwillige Komposition des Romans birgt aus Sicht des Rezensenten aber auch ihre Gefahr, da sich für ihn hier "eine der eindringlichsten Darstellungen des Kriegsalltags" der englischen Literatur formal und inhaltlich nicht durchgehend mit einem "zuweilen die Grenzen zur Sartire streifenden Gesellschaftsroman" verträgt. Trotzdem findet er dieses heterogene Epos und seinen "impressionistischen Realismus" einzigartig und äußerst zwingend.
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