Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.11.2000
Nachdem der Autor seine Geschichte als Kind süditalienischer Einwanderer in einer Trilogie verarbeitet habe, so glaubt Samuel Moser, ist ihm das Thema abhanden gekommen. Moser konstatiert eine Schaffenskrise. Wenn ein Autor eine solche thematisiere, geht das für ihn in Ordnung. Das Problem sieht er darin, dass es Micieli in seinem neuen Buch nicht gelungen ist, dafür auch "eine neue Sprache zu finden". Ein literarisches Durcheinander als Ausdruck einer Existenzkrise reicht dem Rezensenten nicht, das Motiv Zerspiegelung kommt ihm "zu wehleidig" daher, die Dreiecksgeschichte sei nicht durchkonstruiert, die Frauengestalt unglaubwürdig, die "Verortung der Schreibkrise in helvetischer Banalität" wirke schlicht - banal. Gut, sagt Moser, dass von der alten Thematik Micielis immer noch aussagekräftige Bilder übrig geblieben sind, die uns - nicht ihn - über den Rest hinwegtrösten können.
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