Therese Bichsel

Das Haus der Mütter

Roman
Cover: Das Haus der Mütter
Zytglogge Verlag, Bern 2001
ISBN 9783729606142
Gebunden, 255 Seiten, 23,01 EUR

Klappentext

Therese Bichsel widmet ihren dritten Roman den Bewohnerinnen des Krämerhauses in Hasle, in dem sie ihre Kindheit und Jugend verbracht hat. Sie beschreibt je einen Tag im Leben ihrer Ahninnen in den Jahren 1849, 1888, 1914, 1940 und 1959 und hält sie in einem Porträt fest. Starke Frauen, voll Eigenwillen und Eigensinn. Im Um- und Aufbruch, der im Dorf geschah, ist die Geschichte der eigenen Mütter erfahrbar.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.12.2001

Am Ende bekommt die Autorin doch noch ihr Fett weg: Sabine Doering empfiehlt Therese Bichsels Roman "Das Haus der Mütter" als Einrichtungsratgeber - nicht für modernes Wohnen, sondern für Liebhaber antiker Uhren und bemalter Bauerntruhen. Denn Bichsel mag es gern rustikal, meint Doering, stamme selbst aus einem Dorf im fruchtbaren Emmental und habe dieses Mal, bei ihrem zweiten Roman, Ahnenforschung aus weiblicher Perspektive getrieben: fünf Frauenbiografien verknüpft ihr Roman, eine Zeitreise zurück in die dörfliche Welt, aus der man ausbricht und doch immer wieder zurückkehrt, wie die Rezensentin feststellt. Die Frauenschicksale seien mit kulturhistorischen Fakten und Details unterfüttert. Doering kommt es so vor, als solle jede der fünf Frauen eine bestimmte Epoche und Mentalität demonstrieren. Dieser exemplarische Charakter macht das Buch trotz aller interessanten historischen Details und Einrichtungstipps für Doering schwerfällig.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.05.2001

In ihrer kurzen Kritik zeigt sich Beatrice Eichmann-Leutenegger alles in allem recht angetan von diesem Roman, der die Geschichte der weiblichen Vorfahren der Protagonisten Anna erzählt. Dass die Lebensläufe von der Ururgroßmutter bis zur Mutter nur auf den ersten Blick alltäglich sind, sieht die Rezensentin als Beleg für die "Binsenweisheit" einer jeden Biografie, die sie mit diesem Buch "(ein) fühlbar" veranschaulicht findet, dass nämlich bei näherer Betrachtung jedes Leben seine "heimliche Dramatik" aufweist. Auch wenn sie manches allzu behäbig ausgebreitet findet und der Autorin den Hang zum Kommentieren ankreidet, wo die "Fakten allein für sich sprechen" könnten, lobt sie die "gelungenen Zeitbilder" und die Dichte der Erzählung.
Stichwörter

Beliebte Bücher

Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Nelio Biedermann. Lázár - Roman . Rowohlt Berlin Verlag, Berlin, 2025.Nelio Biedermann: Lázár
Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…
Lukas Rietzschel. Sanditz - Roman . dtv, München, 2026.Lukas Rietzschel: Sanditz
Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,…
Elizabeth Strout. Erzähl mir alles - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Elizabeth Strout: Erzähl mir alles
Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…