Therese Bichsel widmet ihren dritten Roman den Bewohnerinnen des Krämerhauses in Hasle, in dem sie ihre Kindheit und Jugend verbracht hat. Sie beschreibt je einen Tag im Leben ihrer Ahninnen in den Jahren 1849, 1888, 1914, 1940 und 1959 und hält sie in einem Porträt fest. Starke Frauen, voll Eigenwillen und Eigensinn. Im Um- und Aufbruch, der im Dorf geschah, ist die Geschichte der eigenen Mütter erfahrbar.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.12.2001
Am Ende bekommt die Autorin doch noch ihr Fett weg: Sabine Doering empfiehlt Therese Bichsels Roman "Das Haus der Mütter" als Einrichtungsratgeber - nicht für modernes Wohnen, sondern für Liebhaber antiker Uhren und bemalter Bauerntruhen. Denn Bichsel mag es gern rustikal, meint Doering, stamme selbst aus einem Dorf im fruchtbaren Emmental und habe dieses Mal, bei ihrem zweiten Roman, Ahnenforschung aus weiblicher Perspektive getrieben: fünf Frauenbiografien verknüpft ihr Roman, eine Zeitreise zurück in die dörfliche Welt, aus der man ausbricht und doch immer wieder zurückkehrt, wie die Rezensentin feststellt. Die Frauenschicksale seien mit kulturhistorischen Fakten und Details unterfüttert. Doering kommt es so vor, als solle jede der fünf Frauen eine bestimmte Epoche und Mentalität demonstrieren. Dieser exemplarische Charakter macht das Buch trotz aller interessanten historischen Details und Einrichtungstipps für Doering schwerfällig.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.05.2001
In ihrer kurzen Kritik zeigt sich Beatrice Eichmann-Leutenegger alles in allem recht angetan von diesem Roman, der die Geschichte der weiblichen Vorfahren der Protagonisten Anna erzählt. Dass die Lebensläufe von der Ururgroßmutter bis zur Mutter nur auf den ersten Blick alltäglich sind, sieht die Rezensentin als Beleg für die "Binsenweisheit" einer jeden Biografie, die sie mit diesem Buch "(ein) fühlbar" veranschaulicht findet, dass nämlich bei näherer Betrachtung jedes Leben seine "heimliche Dramatik" aufweist. Auch wenn sie manches allzu behäbig ausgebreitet findet und der Autorin den Hang zum Kommentieren ankreidet, wo die "Fakten allein für sich sprechen" könnten, lobt sie die "gelungenen Zeitbilder" und die Dichte der Erzählung.
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