Franco Battel untersucht in seiner Arbeit die Schaffhauser Flüchtlingspolitik. Auch wenn dieser Kanton nie im eigentlichen Zentrum der Fluchtbewegung stand, war er aufgrund seiner langen und unübersichtlichen Grenze gleichwohl ein beliebter Fluchtpunkt. Dem damaligen Geschehen an der Schaffhauser Grenze kommt eine überregionale Bedeutung zu. Waren beispielsweise die in Bern formulierten Weisungen und die konkrete Praxis an der Grenze deckungsgleich? Das Buch zeigt, dass die Schaffhauser Fremdenpolizei in den ersten Jahren des Nationalsozialismus repressiver gegen kommunistische Flüchtlinge vorging, als sie dies gemäss eidgenössischer Weisungen hätte tun müssen. Erst ab 1942 entwickelte sich vor allem gegenüber jüdischen Flüchtlingen eine Schaffhauser Praxis, die humaner war als die Vorgaben aus Bern.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.01.2001
Über die Flüchtlingspraxis der Jahre 1933-1945 in der Schweiz sei nur schwer zu bündigen Schlussfolgerungen zu kommen, schickt der Rezensent, selbst Experte auf dem Gebiet der Flüchtlingsforschung, seiner bis zum Rand mit statistischen Daten angefüllten und wohl deshalb so ermüdenden Besprechung voraus. Die vorliegende Regionalstudie aber läßt den Fachmann staunen: "Ein Maximum an Klarheit zum Thema" erreiche der Autor. Womit nur, bleibt indessen eher unklar. Die Zahlenakrobatik jedenfalls, nach deren Nutzen in dem Band Georg Kreis hier fragt, kann es nicht sein, sie legt ganze Abschnitte seiner Besprechung lahm.
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