Onkel Hermann, der seit dem Tod von Stefans Eltern in Bochum die Stellung hielt, ist gestorben, und Stefan muss zurück in die Heimat, um das kleine Bergarbeiterreihenhaus seiner Familie zu verkaufen. Zwei Tage, den Termin mit dem Makler hinter sich bringen, sich mit ein, zwei Leuten treffen, die es verdienen, und schnell wieder zurück nach München, ins wahre Leben. Rein, raus, keine Gefangenen. Das war der Plan. Doch schneller als man es für möglich hält, wird man in der Enge der Heimat zu Erinnerungen und Entscheidungen verurteilt. Just an diesem Wochenende wird die Sperrung der A40 im Ruhrgebiet zum kulturellen Happening, dessen Sog Stefan sich nicht entziehen kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.03.2012
Der Ruhrpott ist die Region, wo es keine Kultur und keine Landschaft gibt, sondern Büdchen, Arbeit und Fußball. Hierhin lässt Frank Goosen seinen Protagonisten, den Münchner Schauspieler Stefan, zurückkehren, um das Bergarbeiterreihenhaus seiner verstorbenen Eltern zu verkaufen. Dass dieser Stefan dabei nur äußerliche Abwehrreflexe - etwa gegen das rheinische Plusquamperfekt - entwickelt, innerlich aber nach Hause kommt, das überrascht den Rezensenten Kai Sina schon. So konservativ und vollkommen ironiefrei hat er die Geschichte vom verlorenen Sohn lange nicht gelesen. Und all die Anekdoten und Skurrilitäten, die Frank Goosen hier zusammenträgt, scheint er auch schon mal gehört zu haben.
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