Kaufmannsgehilfe, Goldsucher, Schiffsbrüchiger, Kriegsgewinner, Raubgräber und "Entdecker von Troja" auf den Spuren Homers - Heinrich Schliemanns unglaubliches Leben und sein schwieriges Erbe. Bis heute ist er ein Faszinosum und bis heute ist sein Erbe hochumstritten. Ob Heinrich Schliemann wirklich Troja fand oder ob die Ruinen, in denen er mit brachialen Methoden nach Schätzen grub, etwas ganz anderes waren - bis heute streitet man darüber. Seine wichtigsten Funde, der "Schatz des Priamos" und der "Schatz des Agamemnon" sind erstaunlich. Aber mit Priamos oder Agamemnon haben sie nichts zu tun. Bis heute sorgt sein Gold aus Troja für Streit bis hin zu staatspolitischen Verwicklungen - denn zuerst schaffte Schliemann die goldenen Preziosen illegal außer Landes - dann verschwanden sie am Ende des Zweiten Weltkriegs aus Berlin. Erst 1994 machte eine russische Museumsdirektorin bekannt, dass sowjetische Soldaten sie nach Moskau mitgenommen hatten. Selbst bei Archäologen ist Schliemann so umstritten wie verhasst.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.01.2022
Zu Heinrich Schliemanns zweihundertsten Geburtstag lässt sich über den schillernden Geschäftsmann und Troja-Entdecker noch immer kein endgültiges Verdikt fällen, und auch zwei neue Bücher helfen Rezensent Tilman Spreckelsen nicht wirklich bei der Klärung aller Fragen. Der Fernsehjournalist Frank Vorpahl konzentriert sich auf Schliemanns archäologische Grabungen in Griechenland und der Türkei und die mit seinen Funden verbundenen Kontroversen. Instruktiv findet der Rezensent Vorpahls Darstellung, die sich auf "hervrorragende Materialkenntnis" stützt, so dass er ihm einige Widersprüche oder Fehler nachsieht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.01.2022
Rezensent Harald Eggebrecht liest die Schliemann-Biografie von Frank Vorpahl mit Spannung. Über Schliemann, diesen weltreisenden Phileas Fogg und Lügenbaron lässt sich aber auch viel berichten, gibt er zu. Wie Schliemann erst Millionär, dann Reiseschriftsteller und schließlich unlauterer Archäologe, aber ein unsterblicher wurde, schildert der Autor laut Eggebrecht mit Sympathie, doch nicht unkritisch.
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