Peter Siebenmorgen

Franz Josef Strauß

Ein Leben im Übermaß
Cover: Franz Josef Strauß
Siedler Verlag, München 2015
ISBN 9783827500809
Gebunden, 768 Seiten, 29,99 EUR

Klappentext

Er war viermal Minister, fühlte sich zum Kanzler berufen, aber das mächtigste Amt blieb ihm versperrt. Und doch: Ohne Franz Josef Strauß wäre die Geschichte der Bundesrepublik eine andere. Seine Karriere war stürmisch wie sein Wesen - auf einen raketenhaften Aufstieg folgte der jähe Absturz. Er war Star der Großen Koalition, Einpeitscher der Opposition, verlor gegen Helmut Schmidt und endete als trauriger König in Bayern. Für seine Biografie, die auf jahrelangen, umfangreichen Recherchen basiert, hatte Peter Siebenmorgen uneingeschränkten Zugang zum Strauß-Nachlass und zu vielen weiteren exklusiven Quellen. Ob es um Strauß' Zeit als Offizier der Wehrmacht geht, seine nuklearen Ambitionen, seine Rolle in der Spiegel-Affäre, seinen Dauerkrieg mit Helmut Kohl, seine politischen Ziele und Methoden, seine Rolle als Vater und Ehemann oder sein persönliches Verhältnis zum Geld: Der Autor enthüllt viele neue, brisante Details aus dem Leben des Ausnahmepolitikers. Anhand vieler bislang unbekannter Dokumente schildert er ein Leben und eine Karriere, die jedes Maß sprengten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.12.2015

Franziska Augstein kann Peter Siebenmorgens Franz-Josef-Strauß-Biografie einiges abgewinnen. Das liegt nicht zuletzt an der langen Entstehungszeit, die es dem Autor laut Augstein ermöglichte, eigene Urteile zu überdenken, meint sie, einige Leichtgläubigkeiten ausgenommen. Auch der Zugang zu sämtlichen Familienakten einschließlich des Tagebuchs von Marianne Strauß trägt für Augstein wesentlich dazu bei. Der gute Rest ist der Mut des Autors, etwa Straußens zwielichtige Treuhandgesellschaft Eureco zu beschreiben, wie Augstein anführt, sowie die ironisch-distanzierte Sicht auf Strauß als einer Art römischem Tribun. Kluge Detailauswahl und ein amüsanter Stil machen die Sache rund, findet die Rezensentin, und zeigen, inwiefern sich Strauß selbst im Weg stand.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 03.09.2015

Zum hundertsten Geburtstag von Franz Josef Strauß sind mehrere Biografien erschienen, berichtet Gunter Hofmann. Deren beste hat der politische Journalist Peter Siebenmorgen geschrieben, findet der Rezensent. Weder werden bloß alte Affären noch einmal durchgekaut noch wird Lobhudelei oder Diffamierung betrieben, so Hofmann. Siebenmorgen geht es um Straußens Platz im "Selbstverständigungsprozess der Westrepublik", und der Rezensent erkennt am differenzierten Text deutlich, wie sehr und wie ehrlich hier mit dem Gegenstand gerungen wurde. Der Rezensent findet zwar, dass Siebenmorgen in der Einschätzung der Ostpolitik zu freundlich mit Strauß umspringt, wird aber mit Siebenmorgens Aufdeckung von Bestechungszahlungen entschädigt, der ein eigenes Kapitel gewidmet ist.

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