Helmuth James Graf von Moltke ist eine der großen Persönlichkeiten des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus. Die Schlußdokumente des Kreisauer Kreises, dessen Initiator Moltke war, sind naturgemäß Kompromißlösungen gewesen, in die unterschiedliche Vorstellungen der Teilnehmer eingeflossen waren. Nach einem biographischen Teil, der sich nicht auf äußere Daten beschränkt, sondern auch Moltkes Einschätzung der geistigen und politischen Lage der Zeit wiedergibt, zeichnet der Autor die Zielvorstellungen Moltkes für ein Deutschland nach Hitler nach, eng angelehnt an seine Briefe und Denkschriften. Ein wichtiger Beitrag zu der neu entflammten Diskussion über den "fortschrittlichen" oder "rückwärts gewandten" Charakter des deutschen Widerstandes!
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.02.2000
Auch der Adel kann kritisch sein! Rainer A. Blasius rechnet es dem Grafen von Schwerin jedenfalls hoch an, dass er die politischen Ideen seines Standesgenossen Graf von Moltke "kritisch" abklopft. "Quellennah und umfassend" analysiere Schwerin Moltkes politischen Ideen, um dann - zu Blasius‘ Überraschung - zu dem Ergebnis zu kommen, dass Moltke "‘nicht als modern‘" bezeichnet werden könne: Zu vage, zu idealistisch seien Moltkes Vorstellungen etwa vom Staatsmann, der als eine Art "‘Obererzieher‘" eine "‘natürliche Ordnung‘" durchsetzen soll. Blasius stimmt nicht zu, widerspricht aber auch nicht.
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