Peter Yorck von Wartenburg (1904 - 1944) gehört zu den Schlüsselfiguren des Widerstands gegen Hitler. Auf der Grundlage vieler bislang unbekannter Dokumente beschreibt Günter Brakelmann, wie aus dem preußischen Adligen der "demokratische Graf" wurde, der zusammen mit Helmuth James von Moltke im Kreisauer Kreis ein Deutschland nach Hitler plante und zusammen mit Claus von Stauffenberg das Attentat vom 20. Juli 1944 vorbereitete. Günter Brakelmann schildert die familiären Traditionen, aus denen heraus Peter Yorck Jurist wurde, auf eine Karriere als Beamter verzichtete und schließlich zusammen mit seiner Frau Marion in den Widerstand ging. Nach Stephan Hermlins Erzählung "Der Lieutnant Yorck von Wartenburg" von 1946 liegt mit diesem Buch die erste Biografie über eine der eindrucksvollsten Gestalten des deutschen Widerstands vor.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.06.2012
Joachim Käppner begrüßt Günter Brakelmanns Biographie über Peter Yorck von Wartenburg, einen Widerstandskämpfer gegen den Nationalismus, der auch am gescheiterten Hitlerattentat vom 20. Juli 1944 beteiligt war. Er schätzt den Autor als einen der "besten Kenner" des deutschen Militärwiderstandes. Dem Historiker gelingt es in seinen Augen eindrucksvoll, die Herkunft, die Familie und das Milieu, aus dem der Adelige stammte, lebendig werden zu lassen, die Leistung von Wartenburgs, sich aus dem Bannkreis dieses Denkens zu befreien, zu vergegenwärtigen und zu zeigen, wie dieser zu einem der wichtigsten Köpfe des Kreisauer Kreises wurde. Spannend findet Käppner insbesondere, wie der Autor die theoretischen Debatten dieses Kreises entfaltet. Lobend erwähnt er zudem die jargonfreie Sprache des Buchs, die lebendige Darstellung und den Umstand, dass der Autor von Wartenburg in Briefen und anderen Dokumenten häufig selbst zu Wort kommt lässt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.05.2012
Dass der Kreisauer Peter Yorck von Wartenburg im Schatten Graf von Moltkes steht, wundert Rezensent Rainer Blasius nicht. Schließlich bietet die Überlieferung im Fall des Letzteren weitaus mehr als zu Wartenburg. Umso bemerkenswerter findet er Günter Brakelmanns Leistung, ein Dutzend Briefe Yorcks als Quellen heranzuziehen und daraus, nun ja, keine Biografie, wie Blasius einräumt, sondern eher einen von Quelle zu Quelle wandernden Text zu machen. Beeindruckt haben ihn besonders die Briefe des jungen Soldaten an seine Mutter. Gerade hier erkennt er, wie Yorck dem Nationalsozialismus abgeschworen und sich vom Mitwisser und Mittäter des Regimes zum Unterstützer des Kreises um seinen Vetter Graf von Stauffenberg gewandelt hat.
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