Ferdinand Desoto hatte Pizarro nach Peru begleitet, dem Inkakönig Schach und Spanisch beigebracht, dessen Schwester geschwängert und mit dem Sklavenhandel ein Vermögen gemacht. Er war bereits berühmt, als er 1538 eine große Expedition nach Florida startete, die eine einzige Spur der Verwüstung durch den Süden Amerikas zog. Knapp 500 Jahre später klagt ein New Yorker Anwalt im Namen aller indigenen Stämme auf Rückgabe der gesamten USA an die Ureinwohner.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 31.03.2021
Rezensent Steffen Herrmann hat eine Riesengaudi mit Franzobels Roman über einen grandios misslungenen Eroberungszug des spanischen Recken Hernando de Soto nach Florida und Goldland im Jahr 1538. Herrmann kann sich den Text mit all seinen Cliffhangern, rasanten Schnitten, Gags und skurrilen Figuren gut als Netflix-Serie vorstellen. Als Roman unterhält er aber auch vorzüglich, versichert Herrmann, dem vor allem Franzobels Darstellung aus gut recherchierten historischen Fakten mit Gegenwartsbezug Spaß macht. Die ganze Blödelei hat einen durchaus ernsten Hintergrund, erkennt der Rezensent: Die im Text immer wieder durchscheinende Gewaltsamkeit der Conquistadores macht sie erst erträglich, ahnt er. Und dass Franzobel seinen Erzähler sprachlich in unserer Zeit ansiedelt, lässt den Leser darüber nachsinnen, ob die Verhältnisse sich geändert haben oder möglicherweise gar nicht so sehr, erklärt Herrmann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.03.2021
Rezensentin Lerke von Saalfeld kann herzhaft lachen mit Franzobels Nacherzählung des "erfolglosesten spanischen Eroberungszugs aller Zeiten" unter Hernando de Soto. Laut Saalfeld bevölkert der Autor sein Konquistadoren-Abenteuer mit grotesken Figuren, Szenen und Nebenhandlungen und beschreibt das mühsame Erobererdasein mit gebührender Ironie deftigen Flüchen. Ein "Danse macabre", bei dem dem Rezensenten angesichts all der farbig geschilderten Kämpfe gegen die Indigenen mitunter das Lachen im Hals steckenbleibt.
Rezensent Carsten Otte bedauert es sichtlich, über Franzobels neuem Roman kaum etwas Gutes sagen zu können. Die Geschichte des spanischen Eroberers Hernando de Soto erzählt der Autor laut Otte auf bemühte, formal nicht überzeugende, sogar den geneigten Leser ermüdende Weise. Das Buch hat nicht nur Längen, klagt Otte, die blutrünstigen Schlachtbeschreibungen sind abstoßend, und die Notwendigkeit einer in die Gegenwart führenden Nebenhandlung über die Durchsetzung indigener Rechte leuchtet dem Rezensenten nicht ein.
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