Während sich die Touristen in Kanada beim größten Rodeo der Welt vergnügen, wird der erfahrene Profiler Ted Garner auf einen kaltblütigen Mordfall angesetzt: zwei alten Männern wurde in Calgary die Kehle aufgeschlitzt. Bei der Ermittlung wird ihm die ehrgeizige junge Polizistin Samantha Stern zur Seite gestellt. Die Spur führt zunächst in den Norden Albertas, wo der Ölsandabbau verheerende Folgen für die Umwelt und die indigene Bevölkerung hat. Welche Rolle spielt der Ölkonzern, bei dem die beiden Opfer vor vielen Jahren gearbeitet haben? Die Reise führt weit in die Vergangenheit, und noch ist dem Ermittlerduo nicht bewusst, dass es sich selbst in tödliche Gefahr bringt, als es dem Täter näherkommt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.11.2022
Rezensentin Sylvia Staude ist von Frauke Buchholz' zweitem Krimi äußerst angetan. Wieder ermitteln Samantha Stern und Ted Garner in Kanada . Wieder in einer Gegend, in der Indigene leben: Rund um Fort McMurray, im Norden des Landes, wo seit einem halben Jahrhundert Ölsand gefördert wird, was die Umwelt zerstört. Warum wurden zwei alte und sehr kranke Männer ermordet? Die große Frage bei diesem Whodunnit. Für Staude liegt der Reiz von "Blutrodeo" allerdings gar nicht so sehr in der Handlung als in der Idee, zwei Menschen ermitteln zu lassen, die Einzelgänger sind. Auch die übrigen Figuren und die Sprache von Buchholz findet Staude anregend komplex.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 28.10.2022
Rezensent Thomas Wörtche findet in "Blutrodeo" alles, was eine gute Ermittlerinnen-Geschichte benötigt, und mehr: Einen spannenden Plot, in dem der Profiler Ted Garner im Westen Kanadas eine Mordserie an alten Männern aufzuklären hat, in die auch sein Vater verwickelt zu sein scheint. Außerdem ein unterhaltsames Ermittler-Duo mit viel Konfliktpotenzial aus erwähntem Profiler und der jungen israelischen Polizistin Samantha Stern. Scharfe Beobachtungen von Kanadas Landschaft und Gesellschaft. Und eine ordentliche politische Grundierung. Den Hintergrund nämlich dieser spannungsreichen Story bilden eindrückliche Beschreibungen der enormen Umweltschäden, die die Ölindustrie in Kanada zu verantworten hat. Dass Buchholz in ihrem Roman einen durchaus Genre-konventionellen Plot nutzt, findet Wörtche nicht etwa langweilig, sondern schlau. "Feines, traditionelles Handwerk", lautet sein Resümee.
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