Friedrich Hebbel

Friedrich Hebbel: Briefwechsel 1829 bis 1863

Historisch-kritische Ausgabe in fünf Bänden. Wesselburener Ausgabe
Cover: Friedrich Hebbel: Briefwechsel 1829 bis 1863
Iudicium Verlag, München 1999
ISBN 9783891295991
Gebunden, 3920 Seiten, 490,84 EUR

Klappentext

Bearbeitet und herausgegeben von U. Henry Gerlach, Hermann Knebel, Otfrid Ehrismann, Hargen Thomsen, Günter Häntzschel und Hermann Knebe.
Gut drei Jahrzehnte, gruppiert um die Mittelachse des 19. Jahrhunderts, reflektiert in einer kompakten Korrespondenz mit beinahe 400 Briefpartnern: in einem solchen Spiegel bündelt sich exemplarisch die Umbruchzeit zwischen 1830 und 1860, deren Retardationen und Antizipationen Hebbels Lebenskreis, seine Persönlichkeit und sein Werk gleichermaßen durchziehen. Die Wesselburener Ausgabe von knapp 2900 Briefen enthält etwa 320 bisher unbekannte Briefe, davon 50 von und 270 an Hebbel. Allein schon diese Funde verändern das Gesamtbild der Überlieferung, denn eine ernsthafte Forschung ist ohne Berücksichtigung dieser erweiterten Datenbasis nicht denkbar.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.04.2000

Ludger Lütkehaus läßt in der eingehenden Rezension seiner Begeisterung freien Lauf: "vorzüglich kommentiert" sei diese Ausgabe der Korrespondenz Hebbels. Auch über das zuverlässige Register freut sich Lütkehaus. Mit diesen fünf Bänden, die 1500 Briefe von Hebbel, 1400 an ihn enthalten, hat man "die Summe gezogen" aus vorangegangen Editionen. Auch ist es den Herausgebern gelungen, so Lütkehaus, die Eingriffe, die Hebbels Freund und Nachlaßverwalter Felix Bamberg getätigt haben, so weit wie möglich zu kennzeichnen und rückgängig zu machen. Damit sei der "unzensierter" Schriftsteller zum Vorschein gekommen, der zwar keinen sympathischeren, jedoch "einen wahreren, ungeschönten, lebendigeren Hebbel" zeige. Es wird, so Lütkehaus, zwar kein völlig neuer Hebbel vorgestellt, dafür aber ein Autor, der wieder interessant, lebendig und widersprüchlich genug ist, um ihn aus seinem "literaturhistorischen und theatergeschichtlichen Mausoleum zu befreien". Damit leistet die Edition des Briefwechsels geradezu "Wiederbelebungshilfe" für einen zu Unrecht Schriftsteller, meint der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.1999

In einem eindrucksvollen Artikel zeichnet Hans-Jürgen Schings anhand dieser "editorischen Großtat" Hebbels Weg aus der bittersten Armut zum gefeierten Tragödiendichter nach. Er erzählt von Hebbels "unwiderstehlichen Naturnötigungen" (so der Dichter selbst) zu Bildung und Literatentum. Er erzählt auch von Elise Lensing, die mit ihm sein Unglück teilte und die er fallen ließ, als er in Wien endlich zu Ruhm kam. An der Ausgabe lobt Schings, dass sie auch die Briefe der Korrespondenten ungekürzt wiedergebe, und er hofft "dass diese Ausgabe das Zeug hat, neues Interesse an Hebbel zu entzünden". Besonders lobt er die Nüchternheit des Kommentars, die Anmerkungen am Fuß der Seiten, die sich schon durch diese Platzierung auf die nötigsten Informationen beschränken müssen und den Band mit den Registern. Genug Material für eine längst fällige neue Biographie Hebbels, meint Schings.
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