Auf der ganzen Welt sind die gezeichneten Kommentare zum Weltgeschehen aus der Feder Fritz Behrendts bekannt. Aus Anlass seines 75. Geburtstags erscheint eine repräsentative Auswahl seines Wirkens. »Er ist ein durch und durch engagierter Künstler, er entscheidet sich dafür oder dagegen; nie steht er abwartend daneben«, schreibt Johann Georg Reißmüller in seinem Vorwort. Dieses unbedingte Engagement spiegelt sich in seinen Zeichnungen, die mit ihrer Prägnanz die politische Meinungsbildung in der Bundesrepublik mehr als einmal deutlich beeinflussen konnten. Fritz Behrendt, der die deutschen Diktaturen als Gefängnisinsasse am eigenen Leib erfahren musste, verstand es stets, die Gewaltherrscher und Unterdrücker der Völker zu brandmarken und an das Leid ihrer Opfer zu gemahnen. So sind seine Zeichnungen der letzten 50 Jahre auch eine Chronik des Kampfes für Freiheit und Gerechtigkeit, gegen Völkermord und Gewaltherrschaft.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 29.09.2000
Der Rezensent mit dem Kürzel "amm." geht in seiner Besprechung nicht auf die Stärken und Schwächen des Buchs ein, sondern würdigt vielmehr das Leben und Werk des Karikaturisten im Allgemeinen. So erfährt der Leser, wie früh sich Behrendt bereits in antifaschistischen Organisationen engagierte, dass er nach 1949 in Ostberlin zunächst auch bei der Gestaltung des DDR-Staatswappens beteiligt war, bevor er "in Konflikt mit dem System" geriet und sogar in Stasi-Haft saß. Später habe Behrendt in so renommierten Blättern wie der "New York Times", der "FAZ", dem "Telegraaf" und anderen seine Zeichnungen veröffentlicht. Was das Besondere an seinen Arbeiten ist, entnimmt "amm." dem Vorwort des Bandes: Dass es Behrendt gelungen sei, mit den `meisten Arbeiten direkten Bezug zum Tagesgeschehen` herzustellen, und dass seine Stärke darin liegt, `mit wenigen Strichen eine ganze Entwicklung festzuhalten, den Kern einer Situation aufzuzeigen`.
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