Eckenga dringt in Problemzonen vor, die außer ihm niemand je betreten hat und wird. Kein Wunder, dass er dort von Phänomenalem überrascht wird und ein ums andere Mal wie einst der elefantenohrige Vulkanier feststellen muss: "Ja, es ist Leben, aber nicht, wie wir es kennen."
Eckenga entdeckt hirnähnliche Strukturen in den Knien von Fußballern, kommuniziert mit Smartphone-gestützten, schreibfähigen Vormagensystemen, sogenannten "Posting-Pansen". Er berichtet feinfühlig von menopausenresistenten Trümmerfrauen, die in nordhessischen Wäldern noch mal ganz von vorne anfangen und zum Nichtrauchen nach draußen gehen. Seine Expeditionen führen ihn zu Blind-Dates in lappländische Tattoo-Dark-rooms und hinter deutsche Elektroherde, wo sich die feuchte Bratfettkakerlake und der klebrige Kochschwadenfadennacktwurm zusammen mit dem feinschuppigen Rigips-Schimmelmolch aus jahrzehntealten Teigwarenskulpturen ein lecker' Nachtmahl zubereiten.
Der Autor reist von den Ötztaler Alpen, in denen ledrige Ureinwohner abgebaut und als Wurzen an deutsche Touristen verfüttert werden, bis in den westfälischen Hintergarten, wo ein demütiger Rasenhalm sein Herrchen um Kürzung anwinselt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.02.2017
Adrian Schulz hat nur wenig zu lachen mit Fritz Eckengas gesammelten Gedichten und Szenen. Die laut Schulz teilweise bereits in der "taz" oder beim WDR erschienenen Texte über Ommas Autorität, Jürgen Drews, Veronica Ferres oder Waldi Hartmann und sein Weißbier findet er verrußt mit lauem Lokalkolorit und nur gelegentlich gesegnet mit Charme, Witz und Leichtigkeit. Meist kommt für Schulz recht verkrampft bieder und klischeehaft rüber, was der Autor im mehr peinlichen als poetischen Ruhrpottsprech zum Besten gibt.
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