"Es gibt einen Fundus an Dummheit in der Menschheit, der ebenso ewig ist wie die Menschheit selbst" (Flaubert), und dass es immer so weitergeht, ist zwar die Katastrophe, macht aber Bücher wie dieses erst möglich. Nötig allerdings auch. Alles andere wäre ja auch noch schöner, wenn auch keinesfalls schöner als dieses kommende Standardwerk, das 50 politisch-polemische Texte aus (beinah) 20 Jahren Kultur- und Betriebskritik versammelt: über Mozart-Shows und Motivationstrainer, doofe Tätowierungen und schlimme Jacken, Literaturpreise und Preisochsen; über Bundespräsidenten, Bundeskanzlerinnen und beider Freunde von der Presse; über das Musterland Deutschland, den Exfreund Amerika und den Glücksfall Israel; über alte weiße Frauen, dumme weiße Männer, den Aktivismus der wenigen und den Passivismus der vielen; über zu dicke Autos, zu dünne Kinder und warum man den Pudding vor dem Hauptgang essen soll. Dazu alles über das (gute) Weltklima, Bildung, Facebook und Hitler. Unter anderem!
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.01.2024
Keineswegs sinnlos ist Sprachkritik, wenn sie so betrieben wird wie von Stefan Gärtner, findet Rezensent Edo Reents. Die hier versammelten Texte sind fast durchweg während Angela Merkels Kanzlerschaft entstanden, lernen wir, und auch die verharmlosende Rhetorik der Kanzlerin nimmt der Autor aufs Korn. Überhaupt schimpft Gärtner, so Reents, in alle Richtungen, diverse aktuelle Debatten kommen zur Sprache, am Ende ist stets der Neoliberalismus schuld. Form und Inhalt von Sprache werden dabei konsequent kurzgeschlossen, heißt es weiter. Reents liest das alles mit Genuss: Wo so viel Unsinn dahergeredet wird, brauche es nun einmal einen - seinerseits elegant formulierenden - Sprachkritiker wie Gärtner.
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